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Lübeck Gewerkschaften fordern mehr Gehalt
Lokales Lübeck Gewerkschaften fordern mehr Gehalt
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22:05 23.01.2017
145 Euro mehr sollen die Busfahrer des Stadtverkehrs bekommen. Die LVG-Fahrer haben einen anderen Tarifvertrag. FOTOS (3): MAXWITAT

Die kommunalen Busfahrer haben die erste Verhandlungsrunde bereits erfolglos hinter sich, für die Beschäftigten des Universitätsklinikums (UKSH) denkt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über Aktionen nach, und für die Mitarbeiter im Hotel- und Gaststättengewerbe werden nächste Woche die Entgeltforderungen aufgestellt. Die Gewerkschaften in der Region Lübeck – von der IG Bergbau, Chemie, Energie bis zur IG Metall – haben gestern ihre Tarifforderungen vorgestellt. Zwischen 4,5 und sechs Prozent mehr sollen die Beschäftigten in diesem Jahr erhalten. „Aber es geht nicht nur um die klassischen Tarifabschlüsse“, sagt DGB-Regionschefin Juliane Hoffmann, es gehe auch um familienfreundliche Arbeitszeiten.

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Von Busfahrer bis Pflegekraft: Die Lübecker Gewerkschaften wollen zwischen 4,5 und sechs Prozent mehr Lohn.

Sechs Prozent mehr fordert Verdi für die Angestellten im öffentlichen Dienst der Länder. In der Region Lübeck seien davon rund 8000 Beschäftigte berührt, sagt Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Berith Jordan – darunter die Mitarbeiter von UKSH, Fachhochschule und den Landeseinrichtungen. Ferner fordert die Gewerkschaft eine grundsätzliche Übernahme der Auszubildenden – nicht nur für ein Jahr. Für die Pflegekräfte in den Kliniken soll ein Tarifvertrag Entlastung nach dem Vorbild der Berliner Charité ausgehandelt werden. Jordan: „Die eklatanten Belastungen des Pflegepersonals in Krankenhäusern sind nicht länger hinnehmbar.“

Für die Busfahrer der kommunalen Stadtverkehre in Lübeck, Kiel, Neumünster und Flensburg verlangt Verdi 145 Euro höheren Lohn. Die erste Verhandlung mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband endete ohne Ergebnis, am 9. Februar gehen die Gespräche weiter. Beim Stadtverkehr Lübeck sind nach Gewerkschaftsangaben rund 500 Beschäftigte betroffen. Verdi wolle Arbeitskämpfe möglichst vermeiden, sagte Jordan, „aber wenn es darauf ankommt, legen wir los.“

Die Tarifverträge für die Beschäftigten des Groß- und Einzelhandels seien gekündigt worden, berichtete Jordan: „Wir diskutieren gerade unsere Tarifforderungen.“

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) peilt in diesem Jahr zwischen 4,5 und 5,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe an und fordert ebenfalls die Übernahme junger Menschen am Ende ihrer Ausbildung. „Nächste Woche soll die Forderung aufgestellt werden“, sagte NGG-Geschäftsführer Dirk Himmelmann, „das wird spannend, denn die Branche erkennt, dass Fachpersonal fehlt, was auch an der Bezahlung liegt.“ Ende des ersten Quartals nimmt die NGG die Tarifverhandlungen für die Süßwarenindustrie in Schleswig-Holstein und Hamburg auf, die Verhandlungsführung liegt bei der Hamburger NGG. In der Region Lübeck trifft das die Unternehmen Schwartauer Werke, Niederegger, Carstens Marzipan und Lubeca. Auch bei der Süßwarenindustrie steht laut Himmelmann eine Forderung von 4,5 bis 5,5 Prozent im Raum.

Für die Angestellten, die in die Branche Innere Sicherheit fallen, will die Gewerkschaft der Polizei sechs Prozent mehr Lohn. Davon sollen rund 2000 Tarifbeschäftigte – also nicht die Polizeibeamten – profitieren. „Außerdem fordern wir 90 Euro mehr für die Azubis, mehr Urlaub und die Übernahme nach der Ausbildung“, erklärt GdP-Regionalvorsitzender Jörn Löwenstrom. Die Industriegewerkschaft (IG) Bergbau, Chemie, Energie verhandelt einen Tarifvertrag Demografie, der Altersteilzeit oder Teilrente von älteren Beschäftigten fördern will, damit jüngere Fachkräfte nachrücken können. Die Arbeitgeber sollen ihren finanziellen Beitrag von derzeit 550 auf 750 Euro aufstocken, berichtete Bezirksleiter Andreas Suß. Ferner würden im Mai die Verhandlungen für die 1000 Beschäftigten in der Papierindustrie in Schleswig-Holstein starten. Schließlich stehen Verhandlungen für Haustarife in drei Unternehmen der Region an – darunter für die Firma Bruss in Hoisdorf (Kreis Stormarn).

Die IG Metall Lübeck-Wismar, die 15000 Beschäftigte in 56 Betrieben vertritt, hat eine große Umfrage zur Arbeitszeit laufen (LN berichteten). Lohnforderungen gibt es im Kfz-Handwerk, für das laut IG-Metall-Bevollmächtigtem Daniel Friedrich im Juni die Tarifverträge auslaufen. Es geht um 1000 Mitarbeiter, von denen aber nur noch 300 in tarifgebundenen Firmen arbeiten. Friedrich: „Unser Ziel ist, die Tarifbindung wieder in mehr Betriebe zu bringen.“

 Kai Dordowsky

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