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Lübeck Gewerkschaften rüsten sich zum Kampf
Lokales Lübeck Gewerkschaften rüsten sich zum Kampf
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23:54 03.02.2016

Die Gewerkschaften in der Hansestadt richten sich für dieses Jahr auf harte Tarifauseinandersetzungen ein. Vertreter des DGB und der Spartengewerkschaften erläuterten gestern im Gewerkschaftshaus am Holstentor die bevorstehenden Tarifrunden für 2016. Vor allem im öffentlichen Dienst wird es nach ihrer Einschätzung wahrscheinlich zu Streiks kommen.

Ende Februar laufen die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes in Bund und Ländern aus. Davon sind allein in Lübeck direkt oder indirekt etwa 3000 Arbeitnehmer betroffen. Jörg Wilczek, Geschäftsführer des Ver.di-Bezirks Lübeck-Ostholstein, fürchtet, dass die Arbeitgeber Einschnitte bei der Zusatzversorgung und niedrige Lohnabschlüsse fordern. Die Streikwahrscheinlichkeit sei hoch — besonders bei den Erziehern und Sozialpädagogen. Dort hatte es 2015 lange Streiks gegeben. Gerade in Lübeck sei die Bereitschaft dazu sehr hoch gewesen, so Wilczek. „Viele sind nach der letzten Runde sehr unzufrieden“, sagt Sven Quirder von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Es ist wahnsinnig wenig dabei herausgekommen dafür, dass wir vier Wochen gestreikt haben.“

7000 Arbeitnehmer fallen allein in Lübeck unter die Tarifverträge, die die IG Metall aushandelt — und auch hier gibt man sich kämpferisch. „Wir bereiten uns für Ende April, Anfang Mai auf eventuelle Warnstreiks vor“, sagt Daniel Friedrich, Geschäftsführer der IG Metall Lübeck-Wismar. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) führt zurzeit Tarifverhandlungen mit der Firma Brüggen in Lübeck. Dort habe man mit den Mitgliedern schon über Warnstreiks gesprochen, sagt der Lübecker NGG-Geschäftsführer Dirk Himmelmann. Nur bei der IG Bergbau, Chemie, Energie ist die Streikwahrscheinlichkeit traditionell gering. „Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal seit 40 Jahren kurz vorm Streik gestanden“, sagt Bezirksleiter Andreas Suß. „Ich rechne für dieses Jahr nicht damit.“

kab

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