Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Gibt es einen Feuerteufel in Kücknitz?
Lokales Lübeck Gibt es einen Feuerteufel in Kücknitz?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:34 13.07.2018
Auf dem Gelände des Kieswerks brannten in der Nacht zu Donnerstag zwei Planierraupen aus. Quelle: Holger Kröger
Anzeige
Kücknitz

Zeugen alarmierten gegen 5.30 Uhr die Polizeistation Kücknitz, weil sie die lodernden Flammen bemerkten. Die Planierraupen standen im Abstand von zehn Metern auf dem Gelände des Kieswerks am Sandfeld. Beide brannten bereits lichterloh und konnten von der Feuerwehr nicht mehr gerettet werden. „Der Schaden an den beiden großen Raupen beträgt nach bisheriger Einschätzung zirka 400.000 Euro“, sagt Polizeisprecher Dirk Asmussen. Das Kommissariat 11 der Kriminalpolizei Lübeck hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun Zeugen, die eventuell Hinweise zum Brand machen können. Wer etwas beobachtet hat, kann sich unter Telefon 0451/1310 melden.

Ein Sachverständiger prüft derzeit die Brandursache. Weil ein technischer Defekt laut Dirk Asmussen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden kann, spricht die Polizei nicht von Brandstiftung. Aber der Verdacht liegt nahe. Denn schon vor genau einem Jahr brannte an selber Stelle eine Planierraupe aus. Der Schaden lag damals bei 100.000 Euro, die Polizei vermutete Brandstiftung. „Der Vorfall ist auch heute noch Gegenstand der Ermittlungen. Natürlich müssen wir einen Zusammenhang prüfen“, sagt Asmussen. Ein Verdächtiger sei im Fall des ersten Planierraupen-Feuers auch noch nicht ermittelt worden.

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke von dem Brandort zu sehen.

Das Gelände am Kieswerk gehört der Stadt. Sie nutzt es als Lagerfläche, während der angrenzende Skandinavienkai erweitert wird. Eine Firma aus Thüringen sorgt im Auftrag der Stadt dafür, dass das Bodenmaterial vom Skandinavienkai in die ehemalige Kiesgrube der Firma Possehl gebracht wird. „Die Raupen planieren den Boden gemäß Einbaukonzept ein. Es sind bis zu vier Raupen täglich im Einsatz“, sagt Stadtsprecherin Valessa Glisovic. Jede der Raupen koste in etwa 300.000 bis 350.000 Euro. Zur Angst vor einem Feuerteufel wollte sich die Stadt nicht äußern.

Schon 2017 brannte eine Planierraupe in Kücknitz. Hier sehen Sie die Bilder.

Schon 2017 hatte am Kieswerk eine Baumaschine Feuer gefangen. Auch in unmittelbarer Nähe kam es zu zahlreichen Bränden. Schon seit Dezember 2016 wurden immer wieder Mülltonnen angezündet. Im Schlesienring versuchten Unbekannte erfolglos ein parkendes Fahrzeug in Brand zu setzen. Im Januar 2017 wurde das slawische Blockbohlenhaus des Geschichtserlebnisraums bei einem Feuer zerstört. Die Polizei vermutete Brandstiftung. In Kücknitzer Kleingärten kam es 2017 immer wieder zu Laubenbränden. Auch hier: mutmaßlich Brandstiftung. Im Mai 2017 standen mehrere Mülltonnen einer Reihenhausanlage im Schlesienring in Flammen. Im November brannte ein Minibagger auf einem Baustellengelände zwischen der Travemünder Landstraße und der Elbingstraße vollständig aus. Der Schaden betrug 20.000 Euro, die Polizei konnte Brandstiftung nicht ausschließen.

Quelle: Sven Wehde

Im Februar dann brannte der Bauwagen des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer. Unbekannte hatten ihn aufgebrochen und ein Feuer gelegt. Die Polizei hatte aufgrund der Vorfälle bereits 2017 die Präsenz verstärkt und die Streifenfahrten intensiviert.

Von Maike Wegner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige