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Lübeck Gitarre lernen mit digitalen Methoden
Lokales Lübeck Gitarre lernen mit digitalen Methoden
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07:08 25.10.2018
Neues Angebot der Lübecker Musikschule der Gemeinnützigen: Mit einem onlinebasierten Lernprogramm können Lübecker Schüler jetzt spielend Gitarre lernen. An der Pestalozzischule zeigt Musikdozent Heiko Siebert den Kindern, wie das funktioniert. Quelle: Cosima Künzel
St. Lorenz Nord

Johanna (7) lernt seit ein paar Wochen Gitarre. Rhythmisch schlägt sie mit 22 Mitschülern der Pestalozzischule eine Saite an. Schnell wird daraus ein Song. Möglich ist das dank des neuen onlinebasierten Musizierangebotes der Lübecker Musikschule der Gemeinnützigen. Um das Projekt „smart: musik@school“ zu realisieren, hat die Einrichtung eine Fördersumme in Höhe von rund 57 000 Euro von der Bundesinitiative „Kultur macht stark!“ nach Lübeck geholt.

„Wir sind die erste Musikschule in Deutschland, die das ,smartmusik-Programm‘ so intensiv im Gitarrenbereich anbietet“, erklärt Musikschulleiter Ralph Lange. Im Gespräch mit Projektkoordinatorin Kathrin Bonke und Pestalozzi-Schulleiter Stefan Bertram skizziert Lange die Abläufe. Die Idee ist, dass die Dozenten an die Schule kommen. Die Gitarren werden den Schülern dort kostenlos als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Auch für den Unterricht zahlen die Kinder nichts.

Angeboten wird „smart: music@school“ an vier Lübecker Schulen für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Eingebunden sind Pestalozzischule, Grundschule am Koggenweg, Baltic-Schule und Holstentor-Gemeinschaftsschule. Das Projekt ist für ein Jahr befristet. Danach müssten neue Gelder beantragt werden.

Teilnehmer und Initiatoren sind zufrieden mit dem Projekt „smart: musik@school“

Das Musizieren findet in der Pestalozzischule als AG und zusätzlich zum Musikunterricht statt. Gitarrendozent Heiko Siebert und Musiker Jessé Gomes zeigen in der zweiten Klasse von Johanna, wie es funktioniert. „Das Programm ermöglicht den Schülern, spielerisch zu lernen“, sagt Siebert und wendet sich dann den 23 Kindern zu. Gespannt schauen die Sieben- bis Achtjährigen auf die Noten, die per Beamer auf eine Leinwand projiziert werden.

„Dann lasst uns mal ’ne Runde spielen. Rechter Arm liegt auf der Gitarre, Daumen an die Saite legen und los“, ruft Siebert. Gleichzeitig steuert er das Programm am PC. Als er es startet, läuft eine Markierung über die Noten, die die Kinder spielen sollen. Parallel ist die Musikbegleitung zu hören, die aber auch stumm geschaltet werden kann. Mit der Hintergrundmusik klingt die Übung schon wie ein richtiges kleines Stück. Den Kindern gefällt das. Auch haben sie große Freude daran, das Tempo mitzubestimmen. Einige rufen: „Jetzt noch schneller.“ Oder: „Wie auf der Autobahn.“

„In dem neuen Projekt geht es insbesondere um die Vermittlung von instrumentalen Fähigkeiten und das Kennenlernen vieler Musikstücke aus der Online-Mitspiel-Bibliothek ,smartmusic‘“, erklärt Lange. Inzwischen ist auch er in den Klassenraum gekommen. Zwei Wochenstunden sind die Dozenten Siebert und Gomes an der Pestalozzischule. Ihre erste Bilanz ist positiv. „Die Kinder lernen mit dem Programm sehr schnell und haben viel Spaß daran“, sagt Gomes.

Auch Schulleiter Bertram begrüßt das Projekt. „Es ist ein super Angebot und eine tolle Erfahrung für die Kinder“, sagt er und hat die Koordination von „smart: music@school“ in die Hände von Kollegin Antje Heinrich gegeben. Zusätzlich zum Gitarrelernen wird an der Pestalozzischule ein Musical-Projekt ins Leben gerufen. Darin können die Kinder zum Thema „Wir sind Freunde!“ arbeiten. Diese Aufgabe übernehmen ebenfalls zwei Dozenten. Auch Vorführungen sind vorgesehen.

An Ende der Stunde packt Johanna „ihre“ Gitarre ein und freut sich auf das Üben am Nachmittag. „Ich spiele oft“, sagt sie. „Zu Hause macht das genauso Spaß wie hier in der Gruppe.“

Cosima Künzel

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