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Lübeck Gollan macht die Roddenkoppel schön
Lokales Lübeck Gollan macht die Roddenkoppel schön
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20:35 05.07.2016
Festliches Event: Die Firma Gollan feierte im September ihren 60-jährigen Geburtstag in der Kulturwerft auf der Roddenkoppel. Quelle: Fotos: Malzahn/roeßler

 „Wir sind so etwas wie die Initialzündung“, sagt Thilo Gollan, Chef des gleichnamigen Unternehmens aus Neustadt. Er hat das 53 000 Quadratmeter große Areal mit 17000 Quadratmetern Hallenfläche 2011 gekauft – aus der Insolvenzmasse des Batra-Werkes. Auf dem Gelände will Gollan seinen Traum eines Kulturzentrums für Lübeck verwirklichen. Rundherum auf den anderen Grundstücken auf der Roddenkoppel wird indes weiter in Industriebetrieben hart gearbeitet. Mittendrin die Kulturwerft. Sie ist Gollans Herzensangelegenheit – und ein Millionen-Investment. Seinen Lebensunterhalt muss er nicht damit verdienen. Aber klar ist: „Die Zinsen müssen wieder reinkommen.“

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Kulturwerft ausgebucht – Veranstaltungshalle soll erweitert werden – Kommt jetzt eine Fußgängerbrücke?.

Die Lage der Kulturwerft ist grandios: Direkt gegenüber der Spitze der Nördlichen Wallhalbinsel, Blick auf die Altstadt. Der riesige Hallenkomplex nahe der Kaikante hat knapp 5000 Quadratmeter. Davon sind bereits 2800 Quadratmeter saniert. Sie bieten Platz für 2500 Besucher. Der Charme der Kulturwerft besteht aus den runtergerockten Industriehallen, die durch Glas, Stahl und Licht im lässigen Stil des 21. Jahrhunderts inszeniert werden. Eine spektakuläre Mischung.

Eröffnet wurde sie offiziell erst im März. Und: „Wir sind ab Mitte August ausgebucht“, berichtet Gollan. Im August finden zwei Veranstaltungen des Schleswig-Holstein Musikfestivals statt, im September laden die Lübecker Design Tage in die Kulturwerft, im Oktober ist dort ein Oldtimertreffen.„Es finden viele kleine Messen statt, die wir so gar nicht auf dem Zettel hatten“, so Gollan. Er sieht die Kulturwerft nicht als Konkurrenz zur Musik- und Kongresshalle (MuK), die anderthalb Kilometer entfernt liegt. „Dafür haben wir gar nicht den Klangkörper“, sagt Gollan. In der MuK finden hochkarätige Klassik- Konzerte im Konzertsaal statt, der gerade saniert wird. Während in der Kulturwerft im Dezember eine Rammstein-Cover-Band spielt.

Die Kulturwerft soll denn auch erweitert werden. In einem zweiten Bauabschnitt werden die restlichen 2000 Quadratmeter des Hallenkomplexes auf Vordermann gebracht. Danach können in der Kulturwerft Events mit 3000 bis 4000 Menschen gefeiert werden. Es gibt 450 Parkplätze auf dem Areal. Wann es los geht, lässt Gollan offen. „Wir machen alles nach und nach“, so der Unternehmer. Die Idee: Die Kulturwerft soll nicht nur für Veranstaltungen genutzt werden, sondern jeden Tag in der Woche. Er plant dort Ateliers für Künstler, Galerien, Proberäume für Bands und auch ein Café. „Wir würden langfristig gerne eine fußläufige Verbindung zur Altstadt haben“, sagt Gollan. Eine Fußgängerbrücke zur Roddenkoppel. Er weiß: Das ist Zukunftsmusik.

Die Erweiterung der Kulturwerft indes nicht. Doch bevor es losgeht, muss umgezogen werden. Der Recyclinghof von Gollan wird innerhalb des Areals von den Kaikanten in Richtung Einsiedelstraße verlegt.

Dort stehen drei Hallen. Zwei davon sollen für den Recyclinghof umgebaut werden. Zudem will Gollan daneben einen Wertstoffhof errichten. Der soll an die städtischen Entsorgungsbetriebe (EBL) vermietet werden. Die EBL wollen dafür zwei Höfe schließen. Im September sollen die Politiker darüber entscheiden. Wenn alles in trockenen Tüchern ist, geht es mit der Kulturwerft weiter. Die Pläne des Unternehmers kommen bei den Politikern an. „Großartig, was Sie da machen“, so Ulrich Brock (CDU). „Das spricht mich alles sehr an“, lobt Pirat Detlev Stolzenberg. Arne-Matz Ramcke (Grüne): „Ich bin ein großer Fan von dieser Mischung.“

 Josephine von Zastrow

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