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Lübeck Gosch stellt Travemündern Pläne vor
Lokales Lübeck Gosch stellt Travemündern Pläne vor
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20:57 12.01.2017
Hier soll das Gosch-Restaurant entstehen: Auf der Tornadowiese, zwischen Trelleborgallee und Travepromenade, plant der Nobel-Fisch-Imbiss direkt neben dem Restaurant Marina einen Neubau. Quelle: Fotos: U.-K. Neelsen, J. Dresing (2)

Der Saal im Gesellschaftshaus ist gut gefüllt. Das Interesse an der Travemünder Ortsratssitzung ist groß, rund 50 Bürger sind gekommen. Denn auf der Tagesordnung standen am Mittwochabend auch die Baupläne von Nobel-Fisch-Imbiss Gosch. Es ist sein nunmehr vierter Anlauf im Seebad.

Geplant ist ein Neubau mit 388 Sitzplätzen an der Travepromenade, neben dem Restaurant Marina auf der Tornadowiese (die LN berichteten). Das Grundstück misst 1100 Quadratmeter. Dort sollen zwei langgestreckte, eingeschossige Gebäude mit Spitzdach entstehen, die mit Holz in dunklen Rottönen verkleidet werden. „Es ist eine Anlehnung an die Bäderarchitektur und den alten Rettungsschuppen am Leuchtturm“, erklärte der Lübecker Architekt Jan Gröpper.

Zudem ist eine große Außengastronomie mit 286 Sitzplätzen geplant. Dachüberstände sollen dafür sorgen, dass die Gäste auch bei schlechtem Wetter draußen sitzen können. Philipp Wichmann würde das künftige Gosch-Restaurant leiten. Er führt schon die Filialen in Büsum, Timmendorfer Strand und Scharbeutz. „Wir werden das Rad hier nicht neu erfinden, sondern uns an vorhandene Filialen anpassen“, sagt er. Es sollen mindestens 30 Arbeitsplätze geschaffen werden, die in der Hochsaison auf 45 Vollzeitkräfte aufgestockt würden.

Die anschließende Diskussion drehte sich vornehmlich um die Verträglichkeit mit der Travemünder Woche. Ulfert Bode (SPD) befürchtete, dass das Segelevent dadurch deutlich kleiner und somit unattraktiver werde könnte. „Die Sorge treibt uns auch um“, sagte Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche, auch angesichts weiterer, großflächiger Bauprojekte im Ort. „Aber ich kann Sie unterm Strich beruhigen: Nur weil Gosch an der Promenade bauen möchte, werden wir uns nicht neu erfinden.“

Sabine Haltern (SPD), stellvertretende Ortsratsvorsitzende, kritisierte indes eine mangelnde Bürgerbeteiligung bei der Planung. Kurdirektor Uwe Kirchhoff betonte, dass es dafür noch nicht zu spät sei: „Es wird im Februar einen Workshop geben, in dem Bürger ihre Ideen einbringen sollen. Es wurde ein Konzept entwickelt – das können wir nun genüsslich diskutieren.“

Auch den Einwand aus dem Plenum, die Ansiedlung einer Kette wie Gosch könne andere Geschäfte, vornehmlich den Imbiss Fisch-Paul, bedrohen, weist Kirchhoff ab: „Eine Meile lebt von der Vielfalt. Gehen Sie davon aus, dass Ortsansässige extrem von der Ansiedlung profitieren werden.“

Gosch will 3,75 Millionen Euro in den Neubau investieren. Bevor die ersten Fischgerichte über die Theke gehen, dauert es allerdings. Das Grundstück muss öffentlich zum Kauf angeboten werden, zudem muss ein neuer Bebauungsplan her. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2019 geplant.

 Jan Dresing

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