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Lübeck Gottesdienst der Radler vor letzter Runde
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21:10 02.05.2013
Von Michael Hollinde

Ein Fahrradgottesdienst noch, und dann soll für eine Weile erstmal Schluss sein. „Ja, das steht fest“, sagt Pastor Christian Gauer, „dann hatten wir nämlich zwölf Gottesdienste seit 2002, und die Zwölf ist eine heilige Zahl.“ Dabei ist diese spezielle Andacht mit sich anschließender Radtour für die ganze Familie und Fest auf dem Kirchplatz in den vergangenen Jahren zu einem echten Markenzeichen und Aushängeschild der Wicherngemeinde in Moisling geworden.

„Das war auch mein Ziel, dass wir etwas für das ramponierte Image unseres Stadtteils tun können und die Tour-Mitfahrer Moisling mal von seiner anderen, sehr schönen Seite kennenlernen. Denn unsere Erfahrung lehrt, dass 50 Prozent der Radfreunde von außerhalb kommen“, erklärt der Theologe, der seit 1992 im Andersenring seinen Dienst versieht. Von Anfang an wusste der 50-Jährige den städtischen Fahrradbeauftragten Hans-Walter Fechtel an seiner Seite. „Vielleicht wird die Idee im nächsten Jahr von einer anderen Kirchengemeinde aufgegriffen, in Kücknitz, Buntekuh oder Travemünde zum Beispiel“, merkt dieser an.

Aber erstmal wird es ja am Sonntag noch eine Auflage ab 10 Uhr geben. Dann soll natürlich auch wieder — wie all die Jahre zuvor — ein Rad über dem Taufbecken hängen. „Das Exemplar für dieses Jahr wird gerade noch hergestellt“, lässt sich Gauer entlocken, der Rest besteht aus Schweigen. Jedenfalls werde es nicht so schwer ausfallen wie Tandem und Postrad, die ebenfalls schon diesen exklusiven Platz im markanten Kirchenschiff einnehmen durften und in die Höhe gewuchtet werden mussten. Das Motto diesmal lautet „Die Zeit fährt Auto, das Glück aber Rad“. Und es sei immer leicht gewesen, einen Predigttext für den Fahrradgottesdienst zu entwerfen, betont er weiter.

„Mein schönster Slogan bisher war aber eindeutig ,Jesus wäre Rad gefahren‘.“ Denn er habe sich „sein Leben lang auf den Weg gemacht, die Gemeinschaft gesucht“, so der Pastor. Das sei zum einen ganz konkret gemeint, zum anderen auch philosophisch als „auf der Suche sein und Antworten suchen“. Nach dem Gottesdienst geht es dann jedenfalls vom Startpunkt Kirchplatz aus wieder auf Rundtour, mit Unterstützung des ADFC und der Polizei — Richtung Büssau und Gut Rothenhausen. „Das werden familienfreundliche 13 Kilometer sein, und dort waren wir noch nicht unterwegs“, versichert Fechtel, der in einem halben Jahr zum reinen Freizeitradler wird. „Denn dann gehe ich in Pension“, erklärt der städtische Mitarbeiter.

Abgerundet wird die sportliche Betätigung erneut durch ein kleines Fest vor der Wichernkirche. „Da legt sich unsere Gemeinde immer kräftig ins Zeug“, verspricht Gauer unter anderem Überraschungen aus der Moislinger Gourmetküche. Zudem werde es eine Lounge mit Cocktail-Bar, Strandkörben und Live-Jazz geben. Außerdem stellt er ein sechs Meter großes Looping-Rad in Aussicht. „Damit wollen wir dem ganzen Stadtteil etwas bieten“, resümiert er.

Mittlerweile ist Gauers Idee übrigens schon zu einem echten Exportartikel geworden. „Anfragen hatte ich schon aus einigen anderen Landeskirchen, und den Gemeinden habe ich dann immer unseren Ablaufplan und die jeweiligen Predigttexte zugeschickt.“ Dass der Fahrradgottesdienst ursprünglich ein Motorradgottesdienst werden sollte, verschweigt der Theologe aber auch nicht. „Das war 2002 ‘mal mein Ausgangspunkt. Das Rad passt aber als Symbol für Entschleunigung und Liebe zur Natur viel besser“, stellt er fest. Und ob er sich wirklich ganz von dem Projekt verabschiedet, lässt er am Schluss doch noch ein wenig offen. „2016 könnte ich es mir vielleicht wieder vorstellen. Aber eine Pause muss nun auf jeden Fall sein.“

Michael Hollinde

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