Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Gottesdienst zum Gedenken der Märtyrer
Lokales Lübeck Gottesdienst zum Gedenken der Märtyrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:01 07.11.2013
Lübeck

Wegen ihres Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime waren die inzwischen seliggesprochenen katholischen Priester Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink am 10. November 1943 hingerichtet worden.

Johannes Prassek (1911-1943) gilt als die Hauptfigur der Gruppe. Nach dem Vorbild des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen hatte der Kaplan an der Herz-Jesu-Kirche begonnen, von Galens Protestpredigten gegen die Vernichtung psychisch Kranker und Behinderter zu verbreiten. Mitstreiter fand er in seinen Amtsbrüdern Müller (1911-1943) und Lange (1912-1943), aber auch in Karl Friedrich Stellbrink (1894-1943), Pastor an der evangelischen Luthergemeinde in Lübeck. Der war 1929 in die NSDAP eingetreten und zunächst begeisterter Anhänger des Nationalsozialismus gewesen.

Im Laufe der Jahre wandelte sich seine Einstellung, 1941 schloss er sich der Gruppe um Prassek an. Am Morgen nach dem Bombenangriff der Alliierten auf Lübeck in der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 predigte Stellbrink: „Gott hat mit mächtiger Stimme geredet. Die Lübecker werden wieder lernen zu beten.“ Kurz darauf wurden die vier Geistlichen verhaftet und im Sommer 1943 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 10. November 1943 wurden sie im Hamburger Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis kurz hintereinander hingerichtet.

In der katholischen Propsteikirche Herz Jesu in der Lübecker Altstadt wurde am vergangenen 28. Oktober eine ökumenische Gedenkstätte für die vier Geistlichen eröffnet. Dort soll am Sonntag um 18 Uhr ein Pontifikalamt zur Todesstunde der Märtyrer gefeiert werden. Am Vormittag desselben Tages (11.15 Uhr) findet in der Lutherkirche ein Abendmahlsgottesdienst statt. Bereits am 3. November hatten beide Konfessionen mit einem ökumenischen Gottesdienst in Hamburg an den 70. Todestag der vier Geistlichen erinnert.

Bei der Seligsprechung der drei Kapläne im Juni 2011 in Lübeck wurde auch Pastor Stellbrink mit einem ehrenden Gedenken ausdrücklich einbezogen - ein Stück Kirchengeschichte. In der päpstlichen Urkunde, die in dem Gottesdienst verlesen wurde, bezeichnete Papst Benedikt auch Stellbrink ausdrücklich als Vorbild.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!