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Lübeck Gravierende Einschnitte in Erzieherinnen-Ausbildung
Lokales Lübeck Gravierende Einschnitte in Erzieherinnen-Ausbildung
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20:10 06.02.2018
Lübeck

Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) heißt der Topf, aus dem Erzieherinnen Lebensunterhalt, Kinderbetreuung und Bildungskosten bestreiten können. Für junge Menschen, die in der Regel keinen Cent für ihre Arbeit sehen, geht es um viel Geld. 768 Euro beträgt die Förderung für Alleinstehende, bis zu 1473 Euro im Monat die für Verheiratete mit Kindern. Das frühere Meister- Bafög hat sich zu einer wichtigen Einkommensquelle für angehende Erzieherinnen und Erzieher entwickelt, sie stellen mittlerweile die größte Gruppe der Geförderten.

Aber das Gesetz macht Vorschriften zur Ausbildung. „Mehr Theorie und deutlich weniger Praktika“, fasst Margret Zarling von der Schlözer-Schule die Folgen zusammen. Ganz konkret heißt das: „Das 20-wöchige Praktikum für die Oberstufen-Schüler, die kurz vor dem Eintritt in den Beruf stehen, kann nicht mehr stattfinden, muss deutlich verkürzt werden.“ Und das hat nicht nur Konsequenzen für die Schlözer-Schule, macht Abteilungsleiterin Zarling klar: „Wir brauchen mehr Lehrkräfte, mehr Räume, und den Kitas, die bereits jetzt schon am Rande ihrer Kapazitäten arbeiten, werden Fachkräfte fehlen.“ Denn die 20-Wochen- Praktikantinnen erhalten zwar in dieser Zeit den Feinschliff, sind aber schon wertvolle Fachkräfte. „Ich habe Anweisung bekommen, unsere Bildungsgänge entsprechend zu ändern“, sagt Schulleiterin Anja Siegel.

Am Montagabend stellte die Schlözer-Schule Vertreterinnen von Kitas die Neuregelung vor. Die fielen aus allen Wolken. „Ich bin erschrocken über diese Informationen“, sagte Monika Schröder, Geschäftsführerin des Betreuungsbandes an der Kalandschule. Antje Jansen, Politikerin und Vertreterin des Dachverbands der Freien Träger, betonte den Fortschritt: „Endlich bekommen die Praktikantinnen Geld für ihre Arbeit.“ Es sei gut, dass sich in der Ausbildung der Erzieherinnen etwas verändere, sagte auch Dagmar Hildebrand (CDU). Die Schlözer-Schule sucht jetzt nach einem Ausweg.

dor

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