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Lübeck Grenzmuseum: Schilder-Streit in Schlutup
Lokales Lübeck Grenzmuseum: Schilder-Streit in Schlutup
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21:19 02.10.2017
Das Schild zum Grenzmuseum muss abgebaut werden, fordert das Land. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Schlutup

Der Sprachgebrauch in deutschen Behörden ist kaum zu toppen. „Widerrechtliche Errichtung eines Schildes an der Bundesstraße 104 im Abschnitt 055 km 1,560“. Immerhin: Die Beamten des Landesbetriebs Verkehr haben ein Foto angefügt. Zu sehen ist ein weißes Schild, darauf steht mit schwarzen Buchstaben Grenzmuseum. Darunter ein Pfeil, der nach links zeigt. Es steht am Ortseingang nach Schlutup an der B 104.

Geschockt hält Ingrid Schatz das hochoffizielle Behörden-Schreiben in den Händen. Sie leitet das Grenzmuseum – und soll das Schild „vollständig beseitigen“. Andernfalls würde die Straßenmeisterei Scharbeutz es entfernen. Die Frist ist gestern verstrichen. „Ich bau’ das nicht ab“, bleibt Schatz dabei. „Ich hab es doch gar nicht aufgestellt“, stellt sie klar. „Das war die Stadt.“ Außerdem will Schatz nicht, dass der Wegweiser wieder wegkommt. „Ich habe darauf 13 Jahre gewartet – so lange wie die Menschen in der DDR auf ihren Trabi“, sagt Schatz. Und vor allem: „Durch die Schilder kommen doppelt so viele Leute ins Museum“, berichtet sie. Waren sonnabends und sonntags jeweils 10 bis 20 Besucher pro Tag im Museum, sind es nun 30 bis 40 Gäste. „Die Menschen sind durch die Schilder aufmerksam geworden“, sagt Schatz. Insgesamt gibt es drei Schilder. Wer aus Wesloe kommt, findet zwei Wegweiser vor, wer von Israelsdorf kommt, einen.

Doch der Landesbetrieb bleibt dabei. Es gebe keine Genehmigung für das Schild, das auf Straßengrund stehe. Und es könne sie auch nicht erteilen, weil das Schild dann Grün sein müsste. Zudem müsse ein solcher Wegweiser beantragt werden. Und die Stadt? Zu ihrer Position gibt es gestern keine Antwort auf LN-Anfrage. Offenbar ist sie davon ausgegangen, dass das Schild auf dem Boden der Stadt steht.

Der Bauausschuss hatte das Aufstellen von Hinweisschildern für das Grenzmuseum beschlossen – am 21. März 2016. Schatz kämpft für ihr kleines Museum und scheut keinen Konflikt. Sie macht klar: „Wenn die Schilder wieder weg sollen, wende ich mich an Ministerpräsident Daniel Günther.“

 jvz

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