Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Große Feier für die neue Pfarrei
Lokales Lübeck Große Feier für die neue Pfarrei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:08 27.06.2017
Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße (l.) leitete den Festgottesdienst, in dem die neue Pfarrei Zu den Lübecker Märtyrern offiziell errichtet wurde. Zur Veranstaltung kamen Hunderte katholische Gläubige. Quelle: Felix König
Anzeige
Innenstadt

„Fürchtet Euch nicht.“ Es sind drei aufmunternde wie auffordernde Worte, mit denen der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße den Festgottesdienst zur Errichtung der neuen Pfarrei Zu den Lübecker Märtyrern eingeläutet hat. Vor etwa 1000 Besuchern vor der Kirche Herz Jesu wurde die neue Pfarrei am Sonntag offiziell errichtet. Mit der zweistündigen Zeremonie ist die Propstei Herz Jesu nun eine von neun Gemeinden in der neuen Pfarrei – zehn sind es unter Einbeziehung der Polnischen Mission. Damit sind die bisher sechs Pfarreien in Lübeck und den umliegenden Orten zu einer gemeinsamen Pfarrei, der einzigen Pfarrei im Pastoralen Raum Lübeck, zusammengeschlossen. Grund war die Umstrukturierung des Erzbistums Hamburg (die LN berichteten).

Für den Gottesdienst und das Fest war die Parade vor der Kirche Herz Jesu am Sonntag gesperrt.

Christsein sei „kein locker flockiges Daherlaufen ohne jedes Problem“, stellte der Erzbischof klar. Furcht müsse bewusst angegangen, müsse angeschaut werden. Bei allen Sorgen und Nöten und bei aller Furcht wünschte Heße der neuen Pfarrei „tiefen Glauben, großes Vertrauen und ein weites Herz“. Der Aufforderung Jesu mahnte der Geistliche an: „Lasst Euch von der Furcht nicht klein machen, nicht unterdrücken, sondern nehmt sie beim Schopf und öffnet diese Furcht für die Geborgenheit von Gott, für Vertrauen.“ Auch die Lübecker Märtyrer seien Menschen gewesen, die die Furcht kannten, jedoch mit dem Kreuz furchtlos ihrem Schicksal entgegentraten. Die Märtyrer seien auch jene Gläubige gewesen, „die uns geholfen haben, aus so manchem Gegeneinander ein Miteinander zu machen“, sagte der Erzbischof.

An die Gläubigen gerichtet sagte Heße: „Sie sind weltweit die erste Pfarrei, die diesen Namen trägt.“ Und den trägt sie von den Märtyrern und Kaplänen Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange sowie dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink. Sie traten gemeinsam für ihren Glauben ein und wurden dafür von den Nationalsozialisten am 10. November 1943 hingerichtet.

Mit der Frage „Sind Sie bereit, die Aufgaben des Pfarrers in der neuen Pfarrei zu übernehmen?“, führte Erzbischof Heße den neuen Propst Christoph Giering in sein Amt ein. Dieser antwortete: „Ich verspreche, dies mit Gottes Hilfe zu tun.“ Damit hat Giering ein Treueversprechen abgegeben, dass er sich fürsorglich als Seelsorger mit Hilfe der Haupt- und Ehrenamtlichen um diese Pfarrei kümmern werde. Im vergangenen Jahr war Giering als Nachfolger von Propst Franz Mecklenfeld in sein Amt als Pfarrer der Pfarrei Propstei Herz Jesu eingeführt worden.

Dem Errichtungsgottesdienst folgte ein großes Fest, für das die Straße Parade voll gesperrt worden war. Trotz des kühlen Windes vergnügten sich einige Hundert Menschen bei Speis und Trank, Gesprächen und Darbietungen. Es gab junge Kirchenmusik, Spiele und Aktionen. „Eine tolle Stimmung und ein tolles Team“, lobte Dr. Mechthild Mäsker, Mitglied im neuen Gemeindeteam von Herz Jesu. „Jetzt werden wir uns formell konstituieren.“

Rüdiger Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige