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21:14 08.03.2018
Schüler der Klasse 8d haben in den Werkstätten des Museums der Arbeit ein Buchprojekt realisiert. In der Geschwister-Prenski-Schule schauen sich Greta (14), Emilia (13), Schriftsetzer Artur Dieckhoff, Alina (14), Klassenlehrerin Edda Holl und Luca (14, von links) das Werk an. Quelle: Fotos: Cosima Künzel
St. Gertrud

Wie schreibt man Gedichte über scheinbar banale Dinge wie ein Taschentuch, einen Regenmantel oder ein Kaugummi? Die Prenski-Schüler haben das im Projektunterricht gelernt und noch dazu Linolschnitte über ihre „Alltagshelfer“ gefertigt. In einer Abendpräsentation wurden alle Drucke des achten Jahrgangs gezeigt. Die 8d konnte zusätzlich ihr Buch zum Projekt vorstellen. Sie haben es selbst geschrieben, illustriert und gestaltet. Entstanden sind 250 Stück. Vor prominenten Gästen trugen sie ihre Zeilen vor und präsentierten einen eigenen Film über die Arbeit in der Druckwerkstatt des Museums der Arbeit in Hamburg.

Achtklässler der Geschwister-Prenski-Schule haben ein Buchprojekt mit Drucken und Gedichten realisiert. Im Hamburger Museum der Arbeit durften sie ihr Werk über „Alltagshelfer“ unter professioneller Anleitung selbst drucken und binden. Jetzt haben sie es in der Schule vorgestellt.

„Es war nicht einfach, etwas Interessantes über so eine Alltagssache zu schreiben“, sagt Emilia (13), die ein Kaugummi in ihrer künstlerischen Arbeit thematisiert hat. „Die Zeilen sollten ja irgendwie mitreißend sein, aber wir durften die Sache nicht benennen. Also hat sie geschrieben: „Nächster Halt/ Stadthalle/ rote Jacke, schwarze Locken/ Er ist’s/ Ich ziehe dich vorsichtig/ aus der Tasche/ in den Mund/ Eine Explosion aus Pfefferminz/ ,Hallo‘ hauche ich.“ Ihre „Alltagshelfer“ durften die Schüler selbst bestimmen, haben dann die Gedichte geschrieben und die Linolschnitte gefertigt. Greta (14) hat sich einen Regenmantel als Motiv ausgesucht. Sie schreibt: „An deiner Haut perlt Wasser gleitend ab/ Hältst mich trocken/ werd nicht nass/ Schützt vor Kälte mich/ und Wind/ Trug dich schon als/ kleines Kind.“

Begleitet wurde der Prozess von den Klassenlehrerinnen Berit Röper und Edda Holl. Gearbeitet wurde fächerübergreifend in Kunst und Deutsch. „Dazu legten wir die Smartphones einmal weg und entdeckten für unsere Gedichte und Linolschnitte die Dinge, mit denen wir jeden Tag hantieren, neu“, erklärt Holl. Gemeinsam mit Schriftsetzer Artur Dieckhoff aus Hamburg übernahm Holl auch die Konzeption und Leitung des Buchprojektes. Gefördert wurde das Werk unter anderem durch die Heidehof-Stiftung. Projektinitiator Gerhard Eikenbusch lobt in seiner Rede das „unheimlich konzentrierte“ Arbeiten der Schüler und sagt: „Ihr seid jetzt Künstler.“ Kultursenatorin Kathrin Weiher hebt die Bedeutung eines solchen Projektes „in der schnelllebigen digitalen Welt“ hervor. Die alte Handwerkskunst mache das Buch in seiner Gestaltung und Haptik zu etwas Einzigartigem, so Weiher. „Ich bin sicher, dass es für den Rest eures Lebens etwas ganz Besonderes für euch sein wird.“ Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer nennt „die Idee grandios“ und würde die Ausstellung gern über die Schule hinaus in der Stadt präsentieren.

Schulleiter Kai Kuchenbecker hebt hervor, dass das Buch viele Kompetenzen und Begabungen der Schüler bündele. „Jeder Beitrag ist Ausdruck für jede einzelne Schülerpersönlichkeit.“ Gleichzeitig könne es „in einer Teamschule nur funktionieren“, wenn alle zusammenarbeiten. „Und das ist hier in vorbildlicher Weise gelungen.“

Wie genau das abgelaufen ist, haben die Schüler in einem selbstgedrehten Film protokolliert. Außerdem trägt im Verlauf des Abends jeder Schüler sein Gedicht vor. Wenn Raul (14) auf die Projektzeit zurückschaut, haben ihm vor allem die kreativen Aspekte und das Teamwork gefallen. „Wir haben viel über unsere Gedichte gesprochen und uns gegenseitig geholfen.“

Von Cosima Künzel

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