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Lübeck Großeinsatz der Polizei beim Handballspiel
Lokales Lübeck Großeinsatz der Polizei beim Handballspiel
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22:30 18.12.2015
Mindens Joakim Larsson setzt sich am Kreis gegen den Schwartauer Rickard Akermann durch, erzielt einen seiner vier Treffer. Quelle: Felix König
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Lübeck

Von wegen besinnliche Adventszeit: Die 21:25 (9:12)-Niederlage des VfL Bad Schwartau gegen Aufstiegskandidat GWD Minden in der 2. Handball-Bundesliga wurde von Prügeleien der Gäste-Fans mit Ordnungskräften überschattet.

„Dafür habe ich absolut kein Verständnis. Weihnachten steht vor der Tür und es sind viele Kinder in der Halle“, kommentierte VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs die Jagdszenen zu Beginn der zweiten Halbzeit. Nachdem einige stark alkoholisierte GWD-Anhänger, die seit Jahren einen höchst zweifelhaften Ruf „genießen“, Bier aufs Parkett gekippt hatten, eskalierte die Situation: Ordner wurden attackiert, die daraufhin drei Personen abführten.

Während des Spiels kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ordnern und Gästefans. Foto: König

Im Foyer versuchten weitere Anhänger, ihre Kollegen zu „befreien“. Dabei flogen Tische, Stühle und Flaschen – mittendrin standen vier kleine Kinder. „Das sind nicht die Fans, die Minden verdient hat“, meinte Friedrichs später.

Die Lage beruhigte sich allerdings bald wieder, insgesamt 15 Streifenwagen waren vor Ort. Weil einige „Fans“ geflüchtet waren, wurde der Bus der Mindener festgesetzt. Ein Gäste-Anhänger musste im Krankenwagen behandelt werden.

In der Halle selbst spielten die unschönen Szenen fast keine Rolle mehr. Rund 150 vornehmlich junge Handballer der HSG Tills Löwen unter den insgesamt 2057 Zuschauern sahen den Liga-Krösus, der sich im letzten Pflichtspiel vor Weihnachten keine Blöße geben wollte. GWD war von Beginn an entschlossen, die „Enttäuschung und den Ärger“ nach dem knappen 23:24 am Mittwoch im Pokal beim Bergischen HC „in positive Energie umzulenken“ (Trainer Frank Carstens) und begann dementsprechend. Nachdem Jan Schults erster Versuch in der Deckung hängen blieb, traf Aleksandar Svitlica per Gegenstoß zum 0:1.

Dass die Gäste sich anfangs nicht entscheidend absetzen konnten, lag vor allem am überragenden Keeper Dennis Klockmann: „Klocki“ parierte bis zur 12. Minute sieben Bälle. Svitlica verwarf zudem einen Siebenmeter, und der zweite Versuch von Charlie Sjöstrand wurde ebenfalls zur Beute von Klockmann, der bis zur Pause elf Bälle parierte. Da auf der Gegenseite jedoch auch Gerrie Eijlers neunmal zufasste, kamen die Schwartauer nach dem 4:5 durch Daniel Pankofer (15.) nicht mehr näher als ein Tor heran.

„In den entscheidenden Phasen haben wir zu einfache Fehler gemacht“, monierte später VfL-Kapitän Martin Waschul: „Und das wird von einer Spitzenmannschaft natürlich bestraft.“ „Minden ist eindeutiger Favorit“, hatte Schwartaus verletzter Rechtsaußen Marten Franke vor dem Anpfiff gesagt. Der Liga-Krösus kalkuliert mit 2,6 Millionen Euro, beim VfL sind es 780 000.

Entsprechend setzte sich der Favorit immer weiter ab. „Sie waren aber nie so weit weg, dass wir gar keine Chance gehabt hätten“, meinte Schult, der nach anfänglicher Ladehemmung am Ende fast traf, wie er wollte: „Aber in solchen Spielen entscheiden Kleinigkeiten. Und da war Minden einfach cleverer und glücklicher.“

Die Statistik zum Spiel

Schwartau: Klockmann (14 Parade, 2 Siebenmeter), Mallwitz – Glabisch, Milde (4), Akermann (2), Hansen (2), Ranke, Waschul (1), Schult (5), Pankofer (3), Fuchs (1), Wischnieswki (2), Hanisch, Schlichting, Bruhn.

Minden: Eijlers (12 Paraden), Sonne (ab 45./5) – Kozlina (4), Sjöstrand (2), Rambo (5), Suedmeier (1), Torbrügge, Larsson (4), Jememyr, Svitlica (4), Doder (5), Biblja, Sonne-Hansen, Staar.

Zeitstrafen: VfL 4; GWD 2.

Siebenmeter: VfL 0; GDW 2/0.

Spielfilm: 0:1 (1.), 2:1 (6.), 2:3 (8.), 3:5 (15.), 4:7 (18.), 8:10 (29.), 9:12 (HZ), 9:14 (32.), 12:15 (43.), 14:18 (47.), 15:20 (49.), 16:22 (53.), 20:23 (57.), 21:25.

Von Christoph Staffen

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