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Lübeck Großer Andrang bei der Nacht der Museen
Lokales Lübeck Großer Andrang bei der Nacht der Museen
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18:06 02.09.2013
Ein Automat, der Wünsche ausspuckt: Isabell und Felix Untermann testeten den „Wort-Bild-Transformator“ im Behnhaus. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn
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Lübeck

Rechtzeitig hatte sich der Regen verzogen, und die Sonne schien in den Garten des Günter-Grass-Hauses. Dort machte die Band Splonc pünktlich um 18 Uhr den Auftakt zur 13. Lübecker Museumsnacht. Mit einer Mischung aus erwachsenem Pop, Soul und Rock zogen die Gewinner des „Shine on“-Bandcontestes so viele Zuschauer an, dass es im Garten ganz schön eng wurde. „Unglaublich, dass jetzt schon so viele hier sind“, sagte Organisatorin Helene Hoffmann, die seit 9 Uhr morgens auf den Beinen war und schaute, ob alles so ablief, wie es sollte. „Bisher ist alles wunderbar“, sagte sie.

Ansonsten war das Grass-Haus ganz auf die Jungen eingestellt. Mit DJ im Innengarten zwischen bunten Liegestühlen feierte man den Auftakt des „G G Clubs“, einer Gruppe für Unter-25-Jährige, die sich nun verstärkt darum kümmert, dass auch diese Zielgruppe in Veranstaltungen rund ums Grass-Haus eingebunden wird. „Alle können Ideen einbringen und sind über Facebook vernetzt“, sagte Jörg-Philipp Thomsa, Leiter des Hauses.

Durch den Grass-Garten ging es weiter ins Willy-Brandt-Haus, wo bei einer Kunst-Mitmach-Aktion gezeichnet wurde — vor allem natürlich das Konterfei des ehemaligen Bundeskanzlers. Aber Willy war auch in 15-facher Ausführung auf der Straße unterwegs: Bauschaum-Nachbildungen von Susanne Schledt-Önals Terrakotta-Porträts des Politikers wurden zusammen mit seinen Zitaten durch die Altstadt getragen.

„Die Reaktionen waren bisher sehr positiv“, sagte Otto Schledt, der einen der Brandt-Köpfe auf seinem Rollator durch die Gegend fuhr.

Vom Willy-Brandt-Haus war es dann nur noch ein Katzensprung ins Behnhaus, wo der „Wort-Bild-Transformator Pure-Fruit-O-Mat“ die Besucher faszinierte. Felix und Isabell Untermann standen zunächst etwas fragend vor dem großen Kasten, der einen dazu aufforderte, sein Wunschmotiv aufzuschreiben, den Automaten damit zu füttern und drei Minuten zu warten. „Ich wünsche mir ein Bild meiner Frau“, sagte Felix Untermann — und siehe da, kaum hatte er den Knopf gedrückt, fiel eine Comic-Zeichnung unten aus dem Schacht. Ein kleiner Besuch im Automaten lüftete schließlich das Geheimnis: Gregor Hinz und Katharina Kierzek vom Künstlerkollektiv Pure Fruit zeichneten in einem winzigen Atelier spontan die Gedanken der Besucher.

Auch im Buddenbrookhaus waren sie tätig zur Kritzelkaraoke im Gewölbekeller. Live wurden dort französische Gedichte illustriert. Schon vor der Tür bildeten sich Schlangen, und auch im oberen Stockwerk war viel los: Zur Performance „Ich sehe nur Leichen und Gespenster tanzen“ versetzte sich Schauspielerin Anne Schramm in die Rolle der Frau Heinrich Manns. Und der Ansturm brach nicht ab:

Bis zum Abschlussfest im Garten des Behnhauses gegen ein Uhr nachts waren auf Lübecks Altstadtstraßen mehrere Tausend Museumsbegeisterte unterwegs.

Lena Schüch

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