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Lübeck Großer Auftritt auf dem roten Teppich
Lokales Lübeck Großer Auftritt auf dem roten Teppich
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20:19 16.07.2016
Daheim in Lübeck, mit seinem Volvo, der im Film eine große Rolle spielt: Lars Müller. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler, Privat

St. Lorenz Nord. Er redet gern. Gern, viel und schnell. Doch vielleicht war gerade das der ausschlaggebende Punkt. Denn unter rund 10000 Videos vom 20. Juni 2015 wurde das des 37-jährigen Lübeckers Lars Müller ausgewählt, in Sönke Wortmanns neuem Dokumentarfilm „Deutschland. Dein Selbstporträt“ aufgenommen zu werden. Klar, er ist einer von 500, die den Kinofilm mit ihren Erlebnissen bestücken, doch er ist einer von nur elf Männern und Frauen, die Ende Juni zum Filmfest in München eingeladen waren, wo Wortmanns jüngstes Werk Weltpremiere feierte.

Lars Müller hat einen Beitrag zu Sönke Wortmanns jüngstem Film geliefert – Er durfte zur Weltpremiere nach München – Der 37-jährige Lübecker ist begeistert vom „Kumpeltyp“ und dessen Team.

Auch zwei Wochen später ist der gelernte Bürokaufmann, der inzwischen für eine Berliner Firma Websites testet, ganz aufgedreht. „Wahnsinn“, sagt er, am Tisch in seiner sehr ordentlichen Wohnung sitzend, „ich hätte nie gedacht, dass das was wird.“ Und dann auch noch die Einladung nach München, wo er über den roten Teppich laufen durfte.

Dabei war Lars Müller im vergangenen Jahr nur dem Aufruf bei Facebook gefolgt, hatte sich in seinen Volvo gesetzt, ein altes iPhone an der Navi-Halterung befestigt und seinem Ärger über eine Vertragswerkstatt Luft gemacht. Er filmte sich, wie er fluchend im Auto durch Lübeck fährt, schickte den Beitrag ein und bekam zwei Monate später eine E-Mail, dass man Interesse an dem Rohmaterial habe. Da hatte das Filmteam, so weiß der Lübecker, schon 18000 Stunden Material aus ganz Deutschland gesichtet.

In München kam der Lübecker aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: „Ich wurde am Flughafen abgeholt, der Fahrer hatte ein Schild mit meinem Namen in der Hand – irre“, sagt Müller. Beim Filmfest sei er von Sönke Wortmann sofort mit Namen angesprochen worden. „Er ist total sympathisch, ein richtiger Kumpeltyp.“ Auch mit Produzent Daniel Ehrenberg plauderte der Lübecker, „und es war spannend, die ganzen Leute kennenzulernen, die hinter den Kulissen arbeiten.“

Gemeinsam schaute sich das Team den Film an – und Müller war „beeindruckt, wie Sönke die ganzen Videoclips zu einer Geschichte verbunden hat“. Das Selbstporträt bestehe aus lustigen, aber auch sehr emotionalen und traurigen Clips, die Musik sei einfach cool. Fazit: „Ich fühlte mich vom Film gut unterhalten.“ Doch Müller musste auch noch schwer arbeiten, denn einerseits war er gefragter Interviewpartner, andererseits wurde er als einer von zwei Gästen gebeten, einen halbstündigen Livestream vom roten Teppich für Facebook zu liefern. „Ich dachte erst: Oh Gott, eine halbe Stunde – wie mache ich das bloß? Doch es war gar nicht schwer, es ging ganz flott und hat wirklich Spaß gemacht.“ Das Beste sei gewesen, „dass die Leute alle locker und doch professionell waren.“

Beim gemeinsamen Essen im bayerischen Wirtshaus kamen die Gäste weiter ins Gespräch, Lars Müller tauschte sich mit Sönke Wortmann und Team aus. Und am Ende habe der bekannte Regisseur seine Karte haben wollen. So schön der Ausflug nach München auch war: Der Lübecker sitzt jetzt nicht am Telefon und wartet auf den Anruf von Sönke Wortmann, ob er in dessen nächstem Film mitspielen wolle. „Aber ich würde ihn gern nochmal treffen, um mich mit ihm zu unterhalten.“

Der Film, der Macher

„Deutschland. Dein Selbstporträt“ ist am Donnerstag bundesweit angelaufen. Wann der Film in Lübecker Kinos zu sehen ist, lässt sich noch nicht sagen. Laut Theaterleiter Stefan Schwabe vom Cinestar Filmpalast wolle man erst einmal abwarten, wie der Film in den großen Kinos ankommt.

Es war ein Experiment, das am 20. Juni 2015 startete: Alle Menschen im Land waren eingeladen, an diesem Tag ein Selbstporträt des Landes zu erstellen – mit Videokamera, Tablet oder Smartphone. Aus den vielen Tausend eingereichten Filmen machte Wortmann einen Kinofilm.

Sönke Wortmann, 1959 geboren in Marl, wurde bekannt durch „Allein unter Frauen“ (1991), es folgten unter anderem „Kleine Haie“ (1992), „Der bewegte Mann“ (1994), „Der Campus“

(1997), „Das Wunder von Bern“ (2003), „Deutschland. Ein Sommermärchen“ (2006) und „Die Päpstin“ (2008).

Sabine Risch

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