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Lübeck Großspende der Drägers: Schon 440.000 Euro für Petri-Sanierung
Lokales Lübeck Großspende der Drägers: Schon 440.000 Euro für Petri-Sanierung
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15:01 13.11.2013
Die Petri-Sanierung kostet 2,8 Millionen Euro, die mit einer Spendenaktion eingeworben werden sollen. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Große Freude beim Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg: Zur Erhaltung der Altstadtkirche St. Petri haben Dr. Christian Dräger, Theo Dräger und Stefan Dräger jeweils 100 000 Euro gegeben. „Ich danke den Mitgliedern der Familie Dräger sehr herzlich für diese großzügige Hilfe“, sagt Pröpstin Petra Kallies. Sie zeige, dass sich auch heute Lübecker Unternehmer für das kulturelles und kirchliche Erbe einsetzen. „Dass Lübeck die Stadt der sieben Türme ist, ist wesentlich dem aktiven und dem finanziellen Engagement der Bürger dieser Stadt zu verdanken“, sagt Kallies. Entsprechend können nun bei der am Ostermontag gestarteten Spendenkampagne für die Sanierung der Petri-Kirche schon 439 968 Euro verbucht werden.

Theo Dräger, der dem Petri-Bauverein seit seiner Gründung am 22. April 1983 angehört, erläutert: „Wir spenden für St. Petri, weil zur Erhaltung dieser traditionsreichen Kirche eine außerordentliche Anstrengung vieler Lübecker Bürger notwendig ist.“ Weil die Gelder private Gelder der drei Drägers sind, sollten die Motive auch weitestgehend privat bleiben, bittet Vorstandsvorsitzender Stefan Dräger. Nur soviel: Er möge den Turm von St. Petri und sei als Kind schon oft oben gewesen. „Und ich möchte, dass auch meine Kinder noch den Petri-Turm erleben können.“

Bürgermeister Bernd Saxe zeigt sich angesichts der sehr großzügigen Geste angetan: „Das ist toll, ich freue mich sehr und bin sehr dankbar. Die Bereitschaft der Lübecker, mit kleinen, großen und ganz großen Spenden zu helfen, ist wieder ein Beispiel für den herausragenden Bürgersinn, der sich in unserer Stadt über die Jahrhunderte verfestigt hat.“ Und Petri-Pastor Bernd Schwarze kommentiert:

„Dass die Familie Dräger diesen hohen Betrag beisteuert und somit in der guten Tradition hanseatischer Unternehmer aktiv ist, werte ich als tolles Zeichen.“

Für die Sanierung von Petri — seit nun 25 Jahren Lübecks Kulturkirche — werden in den kommenden Jahren rund 2,8 Millionen Euro benötigt. „Das ist eine hohe Summe. Deshalb müssen wir einen langen Atem haben“, erklärt Pröpstin Kallies. Und wenn Unternehmer wie die Drägers spenden, könne dies durchaus weitere Firmeninhaber motivieren, ebenfalls dabei zu sein. „Um aber Missverständnissen vorzubeugen — wir freuen uns über jeden Cent.“

Neben der Familie Dräger ist ebenfalls mit 100 000 Euro die Gemeinnützige Sparkassenstiftung als Großspender aufgetreten. „Darüber hinaus haben über 300 Bürger und Freunde Lübecks ihren Beitrag geleistet“, bilanziert Fundraiser André Schlesselmann, „im Schnitt werden in der Kategorie bis 5000 Euro rund 122 Euro gegeben. Die höchste Einzelspende lag bisher bei 5000 Euro von einer Lübecker Bürgerin.“

Sanierung ab 2014
Der Petri-Kirchturm mit seinen 108 Metern Höhe ist einer der sieben Türme Lübecks. Und wie schon an den Türmen von Marien und Jakobi ist nun auch hier die generationsmäßige Instandsetzung der Backsteinfassade nötig. Denn unter anderem ist das äußere Mauerwerk durch eintretende Feuchtigkeit schon erheblich beschädigt. Insgesamt schätzen die Bau-Experten, dass rund 40 000 Klosterformatsteine und 4500 Formsteine verbaut werden müssen; dabei werden über 2000 Quadratmeter Fugen erneuert. Und für die Arbeiten müssen 4000 Quadratmeter Gerüst aufgestellt werden.

Michael Hollinde und Sabine Risch

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