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Lübeck Gründungsviertel kritisch betrachtet
Lokales Lübeck Gründungsviertel kritisch betrachtet
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21:18 21.01.2016
Professor Gerhard Vinken sprach beim Stadtdiskurs über das Gründungsviertel. Quelle: Gerke

Seit September 2014 wird beim Lübecker Stadtdiskurs der Gemeinnützigen unter dem Motto „Wo steht Lübeck heute“ über Stadtplanung, Kunst, Denkmalpflege oder Soziologie diskutiert. Zum Abschluss der Reihe luden die Veranstalter Antje Peters-Hirt und Ulf Matthiesen nun den Kunsthistoriker und Professor für Denkmalpflege der Uni Bamberg, Gerhard Vinken, als Referenten ein. Und der polarisierte im großen Saal der Gemeinnützigen mit seiner Einschätzung.

In seinem 45-minütigen Vortrag vor rund 120 interessierten Lübeckern stellte Vinken zum Thema „Unstillbarer Hunger nach Echtem? Lübecks Altstadt zwischen Wiederaufbau, Rekonstruktion und Themenarchitektur“ seine Gedanken über die Planungen und Ergebnisse des Architekturwettbewerbs für das Gründungsviertel vor. Und das fiel mehr als kritisch aus. Die Lübecker Entwürfe hält er für „konventionell, Mainstream, ohne Werte und Tradition“. „Warum kann man nicht Vielfalt bauen?“, fragte er. Schließlich gebe es hier schon genug Historie, meint Vinken.

Dabei machte er gleich klar, dass er kein Kenner der Stadt sei. Dennoch habe er das Gefühl, die Lübecker würden sich „den Blick auf die Gegenwart verstellen“. Doch nicht nur die Lübecker täten dies.

„Wir leiden unter Geschichtsbesessenheit“, sagte Vinken. Als Beispiele nannte er die Sanierung der Dresdener Frauenkirche, das Knochenhaueramtshaus in Hildesheim oder auch die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber. „Man kann sich den ganzen Quatsch auch sparen“, sagte er flapsig über die Rekonstruktion der dortigen Häuser. „Ob dies Neubauten oder Originale sind, kann der normale Tourist nicht unterscheiden.“

Gerhard Vinken gegenüber standen drei sachverständige Lübecker. Einer davon war Ingo Siegmund vom Architekturforum. „Sie tun dem Gründungsviertel nicht recht“, sagte er. Für ihn ist die Sehnsucht nach Heimeligkeit in Lübeck nicht das Thema, sondern die Rückkehr zum Ort, sagt Siegmund. „Ich hoffe, dass sich Architekten finden, die den Ort verstehen und das Richtige bauen.“

mg

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