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Lübeck Grüne und BfL: Mehr Geld für das Tierheim
Lokales Lübeck Grüne und BfL: Mehr Geld für das Tierheim
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19:12 12.01.2018
Hier entsteht das Katzendorf: Die Tierpflegerinnen Julia Herklotz (27, l.) und Jennifer Pauli (32) schauen in die Pläne. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
Kücknitz

„Liebe Tierfreunde“, lautet ein ganz aktueller Aufruf, „das Tierheim Lübeck benötigt mal wieder Hilfe“. Vor drei Tagen wurden 60 Wachteln, viele Mäuse, 20 Ratten, acht Kaninchen, elf Meerschweinchen, Hühner, Puten, Streifenhörnchen, Enten, fünf Katzen, Fasane und elf Ziegen aus einer Beschlagnahmung im Tierheim abgeliefert. Die Pfleger im Resebergweg in Kücknitz benötigen dringend Futter, wie Gurken, Möhren, Salat und Äpfel. Auch Geflügel-, Mäuse-, Ratten- und Wellensittichfutter sowie Einstreu werden benötigt. 1300 Tiere versorgt die Einrichtung im Jahr. Neben Katzen und Hunden landen immer mehr Exoten wie Schlangen, Vogelspinnen und Leguane in der Auffangstation. Vorstandsfrau Susanne Tolkmitt: „Die Abgabe von Jungvögeln nimmt extrem zu, bis zu 50 müssen wir hier versorgen.“ Bei den Hunden lautet der neueste Trend: Ebay. „Die Tiere werden mehrfach bei Ebay verkauft, bevor sie bei uns landen.“

Die Grünen fordern die Aufstockung der kommunalen Mittel auf mindestens 300000 Euro, aktuell zahlt die Stadt an den Tierschutzverein 175000 Euro. Der BfL-Vorsitzende Lothar Möller schlägt vor, die Hundesteuer-Einnahmen dem Tierheim zur Verfügung zu stellen.

Das Tierheim spürt jeden gesellschaftlichen Trend ganz schnell, doch bei der Finanzierung seiner Arbeit ist der Tierschutzverein, der das Heim betreibt, weiterhin maßgeblich auf Spenden und Erbschaften angewiesen. Vorsitzende Ellen Kloth: „Ich bin sicher, dass wir künftig nicht mehr so viele Erbschaften erhalten wie bisher. Die sind auf Dauer keine Grundlage für unsere Finanzierung.“ 700000 Euro kostet die Tierversorgung jährlich, viel Geld geht für das hauptamtliche Personal, die Tierarztkosten und Energie drauf. Von der Stadt bekommt der Verein für die Versorgung von Fundtieren neuerdings 175000 Euro. Vorher waren es 138000 Euro. Weil das Heim auch für umliegende Gemeinden zuständig ist, gibt es Geld von Ratekau, Bad Schwartau und Stockelsdorf.

„Das Tierheim lebt von der Hand in den Mund“, erklärt Bruno Hönel (Grüne). Der 21-Jährige, der für die nächste Bürgerschaft kandidiert, fordert, dass der Tierschutzverein künftig 300 000 Euro von der Stadt erhält. Hönel: „Nur mit ausreichend Planungssicherheit und Kostendeckung kann das Tierheim eine optimale Pflege und Vermittlung von Fund- und Aufnahmetieren gewährleisten und das Tierwohl sicherstellen.“ Zusammen mit seinem Grünen-Landtagskollegen Lasse Pettersdotter will er dafür kämpfen, dass auch das Land mehr Geld in die Tierheime steckt.

Vereinsvorsitzende Kloth: „Das Land hat sich in den letzten Jahren zurückgezogen – mit Ausnahme der Zuschüsse für Katzenkastration.“

Auch die BfL will mehr Geld für das Tierheim. Vorsitzender Lothar Möller schlägt vor, die Hundesteuer dafür zu verwenden. „Jeder Hundefreund zahlt sicher gerne Steuern, wenn er weiß, dass sein Geld einen Beitrag dazu leisten kann, anderen Tieren einen sicheren Zufluchtsort zu geben“, erklärt Möller. Rund eine Million Euro nimmt die Stadt jährlich an Hundesteuer ein. Steuern dürfen aber nicht zweckgebunden verwendet werden. Ludger Hinsen (CDU), der für Tierschutz zuständige Umwelt- und Innensenator, bezeichnet die momentanen Zuwendungen der Stadt als auskömmlich. Sollten die bisherigen Finanzierungsmodelle irgendwann nicht mehr reichen, würde er sich durchaus einer Diskussion über höhere städtische Zuschüsse öffnen. Hinsen erinnert daran, dass die Bürgerschaft gerade einstimmig 50000 Euro für das im Bau befindliche Katzendorf beschlossen hat. „Das hat uns sehr gefreut“, sagt Ellen Kloth, denn dank dieser Finanzspritze fließen weitere 50000 Euro vom Deutschen Tierschutzbund. Dadurch kann ein weiteres Katzenhaus gebaut werden.

Gassigeher, Katzenkuschler

750000 Euro hat der Tierschutzverein in den vergangenen Jahren in die Anlagen am Resebergweg gesteckt. Gerade wird ein Katzendorf gebaut.

950 Mitglieder zählt der Tierschutzverein Lübeck und ist damit der zweitgrößte im Land.

12 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt der Verein, dazu kommen sechs Bundesfreiwilligen-Dienstleistende sowie eine große Zahl an Ehrenamtlichen – Gassigeher, Katzenkuschler und Gartenpfleger.

Kai Dordowsky

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