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Lübeck Grünes Licht für Bahnhof Moisling
Lokales Lübeck Grünes Licht für Bahnhof Moisling
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20:13 23.11.2016
In vier Jahren soll es hier ganz anders aussehen. Am Oberbüssauer Weg entsteht ein Bahnhaltepunkt für 2,5 Millionen Euro, mit Bahnsteigen, Parkplätzen, Radstellplätzen und Zuwegungen. FOTOS: ROESSLER, MAXWITAT, PETERSEN
Moisling/Kiel

. Der jahrelange Kampf der Moislinger Vereine, Verbände und Politiker um einen Bahnhaltepunkt an der Strecke Lübeck-Hamburg wird belohnt. Die Landesregierung gibt grünes Licht für den Bau des Bahnhofes am Oberbüssauer Weg. Das bestätigte der Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) auf Anfrage. „Der Einzugsbereich für Fahrgäste in und aus Richtung Hamburg erstreckt sich damit absehbar nicht nur auf Moisling, sondern auf das gesamte südwestliche Lübeck“, sagte Meyer.

Ab 2020 können Pendler in 36 Minuten nach Hamburg fahren – Begeisterung im Stadtteil.

Nach Angaben des Wirtschaftsministers wird sich die Reisedauer auf 36 Minuten mehr als halbieren. Bislang müssen Bewohner des Stadtteils erst zum Lübecker Hauptbahnhof pendeln, dann mit dem Zug nach Hamburg reisen. Das dauert insgesamt 76 Minuten. „Für Pendler ergibt sich damit ein sehr attraktives Angebot“, erklärte der Minister. Land, Bahn und Landesverkehrsgesellschaft Nah SH rechnen mit täglich rund 1300 Ein- und Aussteigern am Moislinger Haltepunkt. Der Bau kostet voraussichtlich 2,5 Millionen Euro. Das Land übernimmt den größten Teil und finanziert ihn aus Gemeindeverkehrs- und Regionalisierungsmitteln. Die Bahngesellschaft DB Station & Service ist nach Landesangaben mit rund 25 Prozent dabei. Die Stadt wird für die Fußwege, Busanbindungen und Parkplätze zuständig sein. Die chronisch klamme Stadt kann laut Nah SH auf Fördermittel des Landes und der Metropolregion Hamburg zurückgreifen. Land, Bahn und Nah SH gehen davon aus, dass der Bau des Haltepunktes in zwei bis drei Jahren startet und dass die Station ab 2020 in Betrieb genommen werden kann.

Im September 2011 beauftragte die Bürgerschaft die Verwaltung, mit dem Land über den Bahnhof zu beraten. Der Jubel im Stadtteil ist riesig. „Das ist eine Super-Nachricht“, sagt Michael Tietz, Vorsitzender des Beirates Soziale Stadt, „Moisling rückt damit in die erste Reihe.“ Tietz geht davon aus, dass es junge Familien nach Moisling ziehen wird. „Die Umgebung ist schön, aber der Stadtteil liegt ein bisschen am Ende der Welt.“Für sein Gesundheitszentrum erwartet Tietz einen Schub: „Wir werden eine Tagesklinik dazu bauen.“

Auch Matthias Rasch, Chef der Grundstücksgesellschaft „Trave“, hat auf diese Nachricht gewartet: „Das ist eine extrem wichtige Entscheidung, die Sackgassen-Lage des Stadtteils wird aufgebrochen.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Baasch hat „sich mächtig für den Haltepunkt ins Zeug gelegt“. Als die Regionalisierungsmittel in Kiel eintrafen, forderte Baasch vom Minister: „Moisling muss auf jeden Fall dabei sein.“

Der Haltepunkt ist direkt an der Brücke, die den Oberbüssauer Weg über die Bahngleise führt, geplant. Die Bahnsteige werden 220 Meter lang sein. Die Stadt hat signalisiert, dass der breite Oberbüssauer Weg in Teilen als dauerhafte Park-and-Ride-Anlage genutzt werden könne.

Kai Dordowsky

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