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Lübeck Gucken, feilschen, Schnäppchen machen
Lokales Lübeck Gucken, feilschen, Schnäppchen machen
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21:07 23.10.2017
Birgit Schwarzkopf ist begeisterte Flohmarkt-Gängerin. Dieses Mal hat sie ein paar sehr gut erhaltene T-Shirts für ihre Enkelin und ein hochwertiges Kleid für kleines Geld erworben. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
Buntekuh

Rund 350 Stände sind am Herrenholz rund um den Citti-Park aufgebaut. Schrauben und Angelequipment wechseln sich ab mit Kleidung, Accessoires wie Handtaschen und Schmuck, feinem Porzellangeschirr und gut erhaltener Babykleidung und Spielsachen – hier scheint es an nichts zu mangeln und für jeden Geschmack etwas zu geben.

Es ist ein goldener Herbstmorgen. Bunte Blätter segeln sachte zu Boden. Am Citti- Park duftet es schon früh am Sonntagmorgen nach Schmalzgebäck und Pommes. Familien mit Kindern, Paare, ältere und jüngere Leute schlendern gemütlich umher: Es ist Flohmarkt.

Tobias Kriegsmann sitzt in einem kleinen Häuschen. In einem kleinen Ring direkt vor ihm zuckelt die Lokomotive „El Paso“, in der Kinder mitfahren können, gemächlich ihre Runden. „Wir sind zum ersten Mal auf einem Flohmarkt. Normalerweise sind wir mit unserem Fahrgeschäft eher bei Stadtfesten und Jahrmärkten zu finden“, erzählt Kriegsmann und scannt die Menschenmenge lächelnd ab. „Aber es läuft gut hier – mittlerweile, weil unsere Eisenbahn nostalgisch ist“, führt er fort. Just in dem Moment hüpft die zweijährige Ella Martensson aufgeregt in einen der Waggons. Ihre Mutter Katrin muss schmunzeln: „Wir sind eigentlich fast jedes Wochenende auf Flohmärkten unterwegs. Das ist ein richtiges Ritual geworden und für die Kinder immer aufregend – es gibt immer viel Neues zu sehen.“ Das ist nicht zu übersehen, Ellas Augen leuchten.

Währenddessen schlendert Birgit Schwarzkopf zwischen den Ständen umher, bleibt stehen und greift zielsicher nach einem grauen Kleid. „Das ist hübsch. Es ist ja auf dem Flohmarkt immer ein Glücksgriff, etwas Schönes zu finden, das dann auch noch passt“, sagt sie und hält sich das Kleid an, überlegt und begutachtet es erneut. „Ich bin begeisterte Flohmarktgängerin und habe auch heute schon einige Schnäppchen gemacht.“ Ein paar T-Shirts für ihre Enkelin – und das Kleid, das soll es auch sein. Nachdem Schwarzkopf nach kurzer Feilscherei den kleinen, heruntergehandelten Preis für das gute Stück bezahlt hat, nickt sie zufrieden: „Ein sehr hochwertiges Kleidungsstück.“

„Flohmärkte sind die vernünftigste Art einzukaufen überhaupt. Das ist ökologisch, das ist grün“, sagt eine andere Schnäppchenjägerin und deutet auf einen beinahe neu aussehenden Blazer. „Im Laden kostet der bestimmt 70 Euro, auf dem Flohmarkt vielleicht acht. Das nenne ich mal ein ordentliches Schnäppchen.“ Doch das Shoppen auf Flohmärkten, so fügt sie hinzu, scheint für viele ausgedient zu haben. „Den Leuten ist das unangenehm, Gebrauchtes zu tragen.“

Dass Flohmärkte aus der Mode kommen, davon hat Christopher Hagen, Marktleiter des Veranstalters Hochberg, bisher noch nichts mitbekommen. „Der Andrang ist eigentlich immer groß. Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, ist der Markt vielleicht mal etwas früher vorbei, aber ansonsten läuft es ausgesprochen gut.“ Und er muss es wissen. Bereits seit seiner Schulzeit hilft er auf Flohmärkten aus und hat sich im Laufe der Jahre zum Marktleiter hochgearbeitet.

„Flohmärkte sind einfach etwas Besonderes. Hier findet man Schätze, die man in keinem Laden so finden würde“, sagt auch Uwe Bielefeldt aus Travemünde.

Schon am 12. November ist der nächste Flohmarkt am Citti-Park.

 Von Josephine Andreoli

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