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Lübeck Hartmut Starcke bekommt Lübecker Harig-Preis
Lokales Lübeck Hartmut Starcke bekommt Lübecker Harig-Preis
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14:24 26.10.2018
Strahlende Gesichter bei der ersten Verleihung des Günter-Harig-Preises für soziales Engagement in St. Petri: Pastor Dr. Bernd Schwarze, Pröpstin Petra Kallies, Hartmut Starcke, Anje Peters-Hirt (v. l.). Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Stehende Ovationen für einen bescheidenen Lübecker, der im Hintergrund wirkt und viele Menschen glücklich macht: Hartmut Starcke (71) kocht seit sieben Jahren im Café W.u.T. (Warm und Trocken) für etwa 100 Bedürftige. Verlässlich, freundlich, zupackend. Tag für Tag. Ehrenamtlich. Am Donnerstag wurde der gelernte Koch und pensionierte Berufsschullehrer für sein verlässliches Engagement in St. Petri mit dem erstmals verliehenen Günter-Harig-Preis für soziales Engagement ausgezeichnet.

Die Festredner sind des Lobes voll. „Ein Aushängeschild für Lübeck“, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). „Eine feste Größe im sozialen Engagement in unserer Stadt“, zollt Pastor Dr. Bernd Schwarze Respekt. „Ein Schatz“, raunt es im Publikum. „Unersetzlich, eine Säule unserer Begegnungsstätte“, schwärmt Anke Timmermann-Grell, die temperamentvolle Organisatorin des Cafe W.u.T. „Wir alle verehren und lieben ihn.“ Alle sind sich einig: Der 2017 verstorbene Theologe Günter Harig hätte ebenfalls gesagt: Das ist ein Großer.

„Es gibt noch andere“, wehrt Hartmut Starcke ab. Er sei erst sieben Jahre dabei, viele würden sich in Lübeck schon weitaus länger engagieren als er. Aber er fühle sich durchaus angesprochen, denn geehrt werden soll laut Satzung mit dem Preis „eine Person, die sich eher unauffällig in zupackender Weise für ein menschliches Miteinander in Lübeck Stadt verdient gemacht“ habe. „Die Ehrung tut gut“, freut er sich. „Ich nehme diesen Preis stellvertretend für viele Ehrenamtliche entgegen.“

Zusammen mit dem Preisgeld von 1500 Euro wird ihm von Pröpstin Petra Kallies, der Vorsitzenden des Petri-Kuratoriums, eine Skulptur des Lübecker Künstlers Stephan Jäschke überreicht. Sie ist klein, leicht, bunt. Beweglich, so wie der Theologe und Denker Günter Harig es auch war. Wie bei vielen Kunstwerken erschließt es sich nicht sofort, räumt Petra Kallies ein. Auch im Petri-Kuratorium sei man anfangs skeptisch gewesen. „Dieses Kunstwerk macht etwas mit den Leuten“, sagt sie. Ein Jahr lang wird die Skulptur den ehrenamtlichen Koch des Café W.u.T. nun an diesen Ehrentag erinnern, bevor sie im nächsten Jahr einem neuen Preisträger verliehen wird. „Kunst also“, sagt Starcke, und betrachtet sie ruhig, nimmt sich Zeit. „Doch, passt“, sagt er schließlich. „Ehrenamtliche teilen. Kraft. Manchmal auch Nerven. Die Weitergabe dieser Skulptur nach einem Jahr ist eine Form von Teilen.“

Das Preisgeld sowie die Förderung der gesamten Veranstaltung wurde von der Kurt-Werner- und Annelise Mellingen-Stiftung, die von Antje Peters-Hirt verwaltet wird, zur Verfügung gestellt. An das Preisgeld ist eine Bedingung geknüpft: Mindestens 300 Euro muss der Geehrte für die Erfüllung eines eigenen, „quasi ganz egoistischen Wunsch“, ausgeben, so Bernd Schwarze. „Wir möchten heute ihm, dem Menschen Hartmut Starcke, etwas Gutes tun und nicht nur seine Arbeit loben.“

Katja Launer

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