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Lübeck HSH Nordbank: Wird es jetzt doch noch teuer für die Länder?
Lokales Lübeck HSH Nordbank: Wird es jetzt doch noch teuer für die Länder?
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12:17 19.10.2012
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Lübeck

Der überraschende Wechsel an der Spitze der HSH Nordbank nährt die Befürchtungen, dass die beiden Hauptanteilseigner Schleswig-Hostein und Hamburg doch noch viel mehr Geld in das kriselnde Kreditinstitut stecken müssen als geplant. „Ich mache mir ernste Sorgen um die Zukunft der beiden Länder“, sagte gestern FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki den LN und fügte hinzu: „Meine Befürchtung ist: Ende des Jahres müssen wir Geld für die Bank bereitstellen.“ Das würde eine Riesenbelastung für den Landeshaushalt bedeuten. Am Vortag hatte HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper erklärt, dass der Vorstandsvorsitzende Paul Lerbinger Ende Oktober nach nur 19 Monaten auf dem Chefposten von Constantin von Oesterreich ersetzt wird. Offenbar sah Kopper nach schlechten Halbjahreszahlen Handlungsbedarf und trieb deshalb den überraschenden Führungswechsel voran. Vor allem im Geschäft mit Schiffsfinanzierungen realisiere die HSH Nordbank jetzt hohe Verluste, erklärte Kubicki. „Fast jeden Tag explodiert irgendein Schiffsfonds. Mit jedem weiteren Ausfall steigen die Risiken für die Bank.“ Und: Die EU-Kommission habe die Rettungshilfen der Länder nur unter der Bedingung akzeptiert, dass die Bank ein neues, tragfähiges Geschäftsmodell entwickle. „Wenn sich nun herausstellt, dass das neue Modell nicht funktioniert, wird die EU möglicherweise so wie bei der WestLB verfahren – und die Länder auffordern, sie abzuwickeln.“ Die kommenden Wochen würden darüber entscheiden, ob die Bank zeigen kann, dass sie überlebensfähig ist, meint Kubicki.CDU-Finanzexperte Tobias Koch sieht eine „dramatische Zuspitzung“ der Lage. „Wir waren schon bei der Vorlage der Halbjahreszahlen alarmiert. Wenn sich jetzt die handelnden Personen zu diesem Führungswechsel entschließen, scheint mehr im Argen zu liegen, als man von außen erkennen kann.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank die Ländergarantien in Anspruch nehmen müsse, habe sich rapide erhöht. Es gehe um Milliardensummen. Koch hatte bereits vergeblich eine Risikovorsorge im Landeshaushalt gefordert. CDU und FDP wollen von Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) im Finanzausschuss am kommenden Donnerstag eine Erklärung, wie groß das Risiko ist. Heinold sagte ihr Kommen zu, gab sich ansonsten aber bedeckt. Nach ihrer Auffassung sei es „Sache der Bank, sich personell so aufzustellen, dass sie unserer Erwartung als Anteilseigner gerecht wird“. Dass auch sie sich Sorgen macht, war vor zwei Wochen deutlich geworden. „Wir beschönigen die Lage nicht, aber wir beschwören die Risiken auch nicht herauf, indem wir die Bank schlecht reden“, hatte sie im Landtag erklärt.

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