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Lübeck HVV: Lübeck muss auf Nordtarif warten
Lokales Lübeck HVV: Lübeck muss auf Nordtarif warten
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14:37 25.07.2016

Ausgeträumt: Die seit Jahren gehegten Hoffnungen, dass Lübeck dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) beitreten könnte, haben sich zerschlagen. Der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) setzt auf einen gemeinsamen Nordtarif für Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Der Landtag hat jetzt mit Stimmen von SPD, Grünen und SSW diesem Nordtarif zugestimmt.

Sonderwege, wie zuletzt vom Kreis Steinburg gewünscht, sind damit vom Tisch. Auch Lübeck sei mit diesem norddeutschen Verbund, den es laut Verkehrsminister Meyer schon in wenigen Jahren geben soll, besser bedient, sagen Experten. „Wir halten es für sinnvoller, in Angebote zu investieren als Tarife zu subventionieren“, sagt Dennis Fiedel von der landesweiten Verkehrsgesellschaft Nah-SH. Durch eine HVV-Mitgliedschaft Lübecks würde „trotz der Millionenzahlungen kein Bus oder Zug mehr fahren“. Weil die HVV-Preise deutlich günstiger sind als die Tarife des Nah-SH, müssen Land und Kommunen den Verkehrsunternehmen die Einnahmeausfälle bezahlen. Eine Studie aus dem Jahr 2011 hat für Lübeck einen jährlichen Aufwand von vier Millionen Euro errechnet. „Diese Geld haben wir nicht“, sagt Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD), der sich stets für Lübecks Eintritt in den HVV stark gemacht hat.

Schindler hält das nach wie vor für richtig: „Wir können uns den festgesetzten Preis derzeit nicht leisten, aber der HVV wird über kurz oder lang die gesamte Metropolregion Hamburg bedienen.“ Und zu der gehört auch Lübeck. Die Studie von 2011 kam zu dem Ergebnis, dass die Hansestadt von einem HVV-Beitritt erheblich profitieren würde – mehr Einwohner, mehr Arbeitskräfte und höhere Steuern.

Außerdem könnten vor allem Pendler nach Hamburg deutlich günstiger unterwegs sein.

Aber nicht einmal der Fahrgastverband Pro Bahn findet das überzeugend. Ein HVV-Beitritt Lübecks würde lediglich attraktivere Fahrpreise für Busse und Bahnen bedeuten, sagt Stefan Barkleit. Der Landesvorsitzende des Fahrgastverbandes: „Am Verkehrsangebot und am Reisekomfort ändert sich dabei nichts.“ Aus Sicht von Pro Bahn sei für „die Hansestadt nicht die Integration in den HVV wichtig, sondern der Ausbau des Verkehrsangebotes.“

Auch der Gewerkschaftsbund fordert ein einheitliches Ticket für Busse und Bahnen. „Der Norden braucht ein einfaches Preissystem, das problemlos an allen Fahrkartenautomaten funktioniert“, erklärt der DGB-Nord-Vorsitzende Uwe Polkaehn. „Nicht nur für Pendler ist die Kleinstaaterei im Tarifsystem ein Ärgernis.“ Busse und Bahnen würden nicht an Stadt- oder Landesgrenzen enden, erklärt Gerlinde Zielke vom Stadtverkehr Lübeck. Von einem HVV-Beitritt wären alle Preise des Stadtverkehrs betroffen. Die Verkehrsstudie von 2011 bezifferte die Mindereinnahmen für den Stadtverkehr auf 1,2 Millionen Euro. Zielke: „Ein gemeinsamer Tarif ist immer der beste Weg für die Kunden, aber er muss finanzierbar sein.“ Auch ein Nordtarif dürfe nicht zu Lasten der Verkehrsunternehmen gehen. Zielke: „Die Defizite müssen übernommen werden.“

Stadtverkehr: Aus der 6er- wird die 4er-Karte

Die Mehrfahrtenkarte des Stadtverkehrs wird zum 1. August verändert. Aus der 6er- wird die 4er-Karte. Grund: Viele Fahrgäste, die nur unregelmäßig Bus fahren, heben die Mehrfahrtenkarten sehr lange auf. Wenn zwischendurch die Preise anziehen, „können diese Karten nicht umgetauscht werden“, erklärt Unternehmenssprecherin Gerlinde Zielke. Die 4er-Karten kosten zwischen 6,30 und 11,20 Euro für Erwachsene (je nach Preisstufe). Zielke: „Das ist eine Ermäßigung von zwölf Prozent auf den Einzelpreis – wie vorher.“

Die übrigen Preise steigen. Die Einzelfahrkarte Erwachsene in Preisstufe 3 kostet ab 1. August 3,20 statt 3,10 Euro. Die teuerste Monatskarte kostet 75,50 statt 75 Euro.

Kai Dordowsky

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