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Lübeck Haarige Hilfe: Studenten tragen im November Schnurrbart
Lokales Lübeck Haarige Hilfe: Studenten tragen im November Schnurrbart
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18:05 06.11.2013
Noch sind sie nur angeklebt: Hartmut Evermann (v. l.), Antonia Månsson, Manja Golakov, Mascha Pervan, Fabian Dib und Metti Haake freuen sich aber auf den November und auf möglichst viele echte Schnurrbärte. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Normalerweise gefällt es Fabian Dib, wenn die Haut in seinem Gesicht schön glatt ist. Dafür rasiert sich der Medizinstudent regelmäßig. Ab morgen ist damit allerdings Schluss. Für vier Wochen wird er die Haare über der Oberlippe unangetastet lassen. Der 26-Jährige hofft, dass viele Lübecker seinem Beispiel folgen und ebenfalls vorübergehend zu Schnurrbartträgern werden. Denn die Aktion dient einem guten Zweck.

Schickt uns euer Schnurrbart-Bild an redaktion.online@ln-luebeck.de - wir veröffentlichen es an dieser Stelle!

Anlass ist der Movember (ein Kunstwort aus November und Moustache). Seit 2011 lassen sich Lübecker Studenten, Ärzte und Dozenten jedes Jahr in diesem Monat einen Schnurrbart wachsen. Wie bei einem Spendenlauf suchen sich die Teilnehmer vor und während der Aktion Sponsoren und vereinbaren mit ihnen einen Geldbetrag, der Ende des Monats gezahlt wird — vorausgesetzt, der Bart bleibt so lange im Gesicht.

Das Geld wird anschließend an die Lübecker Aids-Hilfe gespendet. Im vergangenen Jahr kamen auf diese Weise 2068 Euro zusammen. Damals ließen sich rund 150 Lübecker einen Schnurrbart wachsen.

„Wir müssen jedes Jahr 15 000 bis 20 000 Euro erwirtschaften, um unser Angebot so wie zurzeit fortführen zu können“, sagt Hartmut Evermann von der Lübecker Aids-Hilfe. „Deshalb tut uns so eine Finanzspritze sehr gut.“ Mit dem Geld will der Verein Angebote für Menschen mit Aids sowie zur Prävention finanzieren.

Evermann möchte sich dieses Jahr erstmals selbst an der Aktion beteiligen. „Ich werde meinen Bart stehen lassen“, sagt er. „Das wird für mich eine ungewohnte Situation.“ Die Vorstandsmitglieder der Aids-Hilfe geben ihm dafür Geld. Fabian Dib freut sich über jeden, der beim Movember mitmacht. Er ist zum dritten Mal dabei und Mitorganisator der Aktion. Insbesondere bei den Erstsemestern hat der Lübecker viel Werbung gemacht. „Für sie beginnt ein neuer Lebensabschnitt, und in den können sie doch auch gut mit einem Schnurrbart starten“, sagt er schmunzelnd.

Bei vielen älteren Studenten sei der Movember inzwischen fest etabliert. „Es geht schon so weit, dass einige Sponsoren mehr zahlen, wenn sie dafür zusätzliche Rechte bekommen“, sagt Fabian Dib.

„Manche geben zum Beispiel Geld, um die Schnurrbartfrisur bestimmen zu dürfen oder um dem Bart einen Namen zu geben. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.“

Jeder Sponsor erkauft sich mit seiner Spende zudem das Recht, von seinem Schnurrbartträger ein Foto zu machen. Die Bilder werden am Monatsende auf der Facebook-Seite der Fachschaft Medizin hochgeladen. Anschließend können die Internetnutzer abstimmen, welche Bartträger ihnen am besten gefallen. Die zwölf Bilder mit den meisten „Gefällt mir“-Klicks kommen in einen Kalender.

Dieses Jahr schaffte es sogar ein Physikprofessor in das Werk. Christian Hübner ließ sich mit seinem Schnurrbart als Fußballspieler ablichten. Sein Verein: der 1. FC Moustache. Der neue Kalender für das Jahr 2014 wird noch im Dezember im Gebäude des Asta auf dem Campus (Haus 24) verkauft.

Zuvor gibt es eine Bart-ab-Party im Werkhof — wahrscheinlich am 6. Dezember. Danach werden wieder deutlich weniger Schnurrbartträger auf dem Campus zu sehen sein, und auch Fabian Dib wird wieder mit einem glatten Gesicht herumlaufen.

Anmeldungen
Die Movember-Benefizaktion der Fachschaft Medizin der Universität Lübeck startet morgen. Sie richtet sich nicht nur an Studenten, sondern an alle Lübecker. Wer teilnehmen möchte, wendet sich an den Asta im Haus 24 auf dem Campus. Dort gibt es Anmeldekarten, auf denen Name, Sponsor und der Geldbetrag angegeben werden müssen. Das Büro ist montags bis donnerstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Wer bis zum 1. November keinen Sponsor gefunden hat, kann auch später noch einsteigen.

Janina Dietrich

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