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Lübeck Hacker greifen Internetseite der „Bürger für Lübeck“ an
Lokales Lübeck Hacker greifen Internetseite der „Bürger für Lübeck“ an
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09:28 12.07.2011
Ein Screenshot von der Internet-Seite der Bürger für Lübeck (BfL): In der Nacht zu Montag haben Hacker dort Inhalte verändert. Quelle: BFL
Lübeck

Angriff aus dem Internet: Die Bürger für Lübeck (BfL) sind Opfer von Hackern geworden. Inhalte ihres Internetauftritts www.buerger-fuer-luebeck.de wurden in der Nacht zu Montag verändert. Der Chef der BfL, Gregor Voht, hat umgehend Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. „Es könnte sich um eine politische Motivation handeln“, mutmaßt Voht. Denn die politischen Inhalte der Wählergemeinschaft wurden durch die virtuellen Eindringlinge in ihr Gegenteil verkehrt.

„Der Flughafenausbau ist ein Riesenfehler“ haben die Hacker auf der Seite notiert – die BfL gelten aber als Befürworter des Airports. Außerdem ist von den Hackern auf der BfL-Seite ein Text veröffentlicht worden unter dem Titel: „Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus war ein Fehler“. Darin werden Voht Worte in den Mund gelegt. Der BfL-Chef reagiert empört: „Da wird mir unterstellt, ich sei Faschist.“ Deshalb hat er auch als Privatperson Strafanzeige gestellt wegen übler Nachrede und Beleidigung.

Bei der BfL ist am Montag um 3.11 Uhr eine Bekenner-E-Mail eingegangen von einer Gruppe, die sich in Anlehnung an den Namen der Bürger für Lübeck als „wahre Lübecker“ bezeichnet. Sie seien Hacker, die auf Sicherheitsmängel hinweisen wollten. Von dem Angriff auf die BfL-Seite erhofften sie sich die größte öffentliche Aufmerksamkeit. Das glaubt Voht nicht. „Für professionelle Hacker ist unsere Seite nicht interessant.“ Deshalb meint der Vorsitzende auch: „Ich fürchte, die noble Motivation ist nur vorgeschoben.“

Voht hat sofort den Internet-Anbieter informiert, der die veränderten Inhalte aus dem Netz genommen hat und jetzt die Sicherheitslücke schließen will. Voht beteuert, dass die BfL keinen Billiganbieter mit ihrer Website beauftragt habe. Es handle sich um „eine professionelle Seite im gehobenen Preisniveau“, erklärt Voht. Er glaubt, dass die virtuellen Angreifer Spuren im Netz hinterlassen haben.

Das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel schätzt die Erfolgsaussichten allerdings als gering ein. „Es ist immer schwer, die Täter zu ermitteln“, so LKA-Sprecher Uwe Keller. Dazu brauche es Protokolldaten, in denen die Zugriffe vermerkt sind. „Die werden aber momentan so gut wie nicht gespeichert.“ Sollten die Täter jedoch ausgemacht werden können, drohen ihnen unter Umständen mehrere Jahre Haft oder Geldstrafen.

Die Hansestadt gibt jährlich einen vierstelligen Betrag aus, damit ihr Internetauftritt www.luebeck.de und das Intranet der Stadtverwaltung sicher sind. „Dafür muss man heutzutage Geld in die Hand nehmen“, so Stadt-Sprecherin Nicole Dorel. Bislang hat es keinen erfolgreichen Hacker-Angriff auf die Stadt-Seiten gegeben. Allerdings sind ein Gymnasium und das Lübeck und Travemünde Management schon Opfer von virtuellen Angreifern geworden.

BfL-Fraktionschef Raimund Mildner nimmt die ganze Sache humorvoller als Voht: „Das ist ein Dumme-Jungen-Streich.“

Josephine von Zastrow und Peer Hellerling

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