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Lübeck Hafenbetriebsverein Lübeck insolvent
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20:26 06.06.2016
Lichter aus: Der Hafenbetriebsverein Lübeck ist pleite. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

 „Das ist keine gute Nachricht für den Hafen und die Region“, sagt Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). Die Insolvenz trage nicht dazu bei, den etwas angeschlagenen Ruf des Lübecker Hafens zu verbessern. „Die Entwicklung des HBV ist höchst bedauerlich“, stimmt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) zu. Der Hamburger Anwalt Klaus Pannen ist vorläufiger Insolvenzverwalter. „Das Geschäft läuft weiter wie bisher“, so Pannen. Jetzt werden den Arbeitern Mai- und Juni-Löhne gezahlt. Bis Ende Juli fließt das Insolvenzgeld
Der Grund für die Pleite: Die mehrheitlich städtische Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) braucht weniger Leiharbeiter des HBV – und die werden dadurch teurer. Der HBV ist ein Verein und wird von neun Mitgliedern getragen. Diese fordern Leute an, um Arbeitsspitzen abzupuffern. Aber die LHG ist seit Jahren einziger Kunde, hat 97 bis 98 Prozent der Leute abgenommen. Doch nun hat die LHG drei Großkunden verloren. Einer ist zur billigeren Konkurrenz nach Rostock abgewandert, zwei werden dieses Jahr nach Kiel wechseln. Weil die LHG nun immer weniger HBV-Leute braucht, werden diese immer teurer. Denn das Konstrukt ist kompliziert: Der HBV hat jahrelang für jeden Arbeiter 75 Prozent des Lohnes aufs Gehalt aufgeschlagen und der LHG in Rechnung gestellt, um seine Kosten zu decken. Nach LN-Informationen soll diese Umlage jetzt fast doppelt so hoch sein und bei 140 Prozent liegen. Dem Vernehmen nach hat ein Wirtschaftsprüfer den HBV untersucht und attestiert, dass der Verein keine Zukunft mehr hat. „Dies ist eine ernste Situation“, erklärt LHG- Chef Sebastian Jürgens. Jetzt dürfe die Verlässlichkeit des Hafens nicht gefährdet werden.
„Es ist nicht nachvollziehbar, dass der HBV überhaupt Insolvenz anmelden kann“, sagt Gerhard Mette, Ver.di-Landesfachbereichsleiter. In der Satzung stehe, dass die Kosten des Vereins als Umlage bezahlt werden. Zudem: „In Wahrheit sind die HBV-Beschäftigte Mitarbeiter der LHG.“ HBV-Betriebsrat Holger Wochnik: „Wir haben Vollbeschäftigung.“ Der Verein müsse sogar Aushilfskräfte engagieren. Deshalb sei er irritiert über die Insolvenz. HBV-Geschäftsführer Stefan Höppner will sich auf LN-Anfrage nicht äußern.
Ein Problem des HBV: Dort sind vor allem Hafenarbeiter beschäftigt. Sie verdienen 30 Prozent mehr als Umschlagsarbeiter. Möglicherweise gibt es Hilfe von der Stadt: Seit 2013 gibt es einen 4,9-Millionen-Euro-Fonds. Daraus sollen Arbeitern Qualifizierungen bezahlt werden, damit sie einen neuen Job finden. Aufsichtsratsmitglied Thorsten Fürter (Grüne): „Die Insolvenz des HBV ist die direkte Folge des gescheiterten Hafenpakts.“ Der sah ein Sanierung der LHG vor, und damit auch des HBV.

Von Josephine von Zastrow

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