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Lübeck Hafenwirtschaft kämpft gegen Waterfront-Hotel am Wasser
Lokales Lübeck Hafenwirtschaft kämpft gegen Waterfront-Hotel am Wasser
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19:38 20.03.2016
Die Kohlenhofspitze ist eine Engstelle in der Travemündung. Damit zwei Schiffe sich begegnen können, müsste die Trave verbreitert werden. An dieser Stelle ist aber ein Hotel geplant. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

Auf ihrem traditionellen Treffen Mitte Februar warnten die Schiffsmakler. Und beim 146. Nautischen Essen in der Schiffergesellschaft Ende Februar mahnte auch der Nautische Verein: Das geplante Hotel auf der Kohlenhofspitze auf dem Priwall von Waterfront-Investor Sven Hollesen dürfe nicht gebaut werden. Dann wäre es ein für alle Mal vorbei mit der Möglichkeit, die Trave an dieser Stelle zu verbreitern und den Hafen wettbewerbsfähig zu halten. „Wir haben jetzt die letzte Chance, das Hotel dort zu verhindern“, erklärt Dierk Faust, Vorsitzender der Schiffsmakler. Denn Hollesen lässt Architekten bereits die Pläne für das 200-Zimmer-Haus entwerfen.

 Schon einmal hat die maritime Wirtschaft gegen Priwall-Waterfront aufbegehrt. In Einwendungen zum Bebauungsplan für den ersten Bauabschnitt wies die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) darauf hin, dass die Travemünder Enge schon heute ein Problem sei. Schiffe müssten in der Siechenbucht oder auf der Ostsee warten, weil keine zwei Pötte nebeneinander fahren können. Diese Wartezeiten kosteten die Hafenwirtschaft nach einer Studie aus dem Jahr 2008 rund 2,3 Millionen Euro. Eine Verbreiterung der Trave zwischen Südermole und Siechenbucht wurde damals mit 117 Millionen Euro kalkuliert.

Verwaltung und Politik winkten ab. Der Ausbau der Trave für die sogenannte Zweischiffigkeit sei für die nächsten Jahrzehnte kein Thema. Die Einwendungen blieben erfolglos. Die Ferienanlage wird bereits gebaut. „Die Politik interessiert sich nicht ausreichend für den Hafen und seine Belange“, sagt Schiffsmakler Faust.

Die LHG kündigt an, auch gegen den nächsten Bebauungsplan Einwände zu erheben. „Die Zweischiffigkeit ist nach wie vor notwendig, damit unsere Hafenanlagen auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben“, erklärt die LHG. Das von Hollesen an der Kohlenhofspitze geplante Hotel müsse so weit zurückgesetzt werden, „dass eine Verbreiterung der Wasserstraße künftig möglich wäre, ohne das Hotel abzureißen“, sagt die Hafen-Gesellschaft. Die LHG setzt dabei auf die zukünftige Entwicklung der Schifffahrt. Laut Hafenentwicklungsplan werden die Schiffe größer und die Hafenliegezeiten kürzer. Die Einschiffigkeit der Trave könnte zum Problem werden, heißt es im Hafenentwicklungsplan 2030.

„Im Moment haben wir eine traurige Entwicklung im Hafen“, sagt Henning Dierken, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck, „aber die Prognose geht von steigenden Umschlagszahlen aus.“ Dierken sagt deshalb: „Lübeck darf sich auf keinen Fall die Zweischiffigkeit der Trave verbauen.“

Waterfront-Investor Hollesen lehnt die Zurücksetzung des Hotels ab. Das 200-Zimmer-Haus werde bereits von Architekten geplant. „Wenn die Trave verbreitert werden soll, müsste auch der Rosenhof abgerissen werden“, erklärt Hollesen, „sonst ist diese Maßnahme sinnlos.“ Hollesen rät der Hafenwirtschaft, eine bessere Software zur Steuerung der Schiffe einzusetzen. Bürgermeister Saxe, der sich bei den Treffen der Hafenwirtschaft regelmäßig die Warnungen anhört: „Wir würden darauf achten, dass ein mögliches Bauwerk der Entwicklung von Hafen und Schifffahrt nicht im Wege steht.“ Das alles sei Zukunftsmusik.

Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals wird teurer

838 Millionen Euro sind im neuen Bundesverkehrswegeplan für den Ausbau des Elbe-Lübeck- Kanals angesetzt. Die Schleusen müssten auf 115 Meter verlängert, Brücken auf 5,25 Meter angehoben und das Kanalbett auf 2,80 Meter Tiefe ausgebaggert werden. Eine Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) von November 2012 bezifferte die Kosten für den Gesamtausbau noch auf 464 Millionen Euro.

Von Kai Dordowsky

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