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Lübeck Hamburger wollen Grünstrand für 68 Millionen Euro bebauen
Lokales Lübeck Hamburger wollen Grünstrand für 68 Millionen Euro bebauen
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11:11 24.10.2012
Die Grünfläche würde durch das Imetas-Projekt verkleinert.
Lübeck

Imetas plant eine große Investition am Travemünder Grünstraße. 68 Millionen Euro will der Hamburger Projektentwickler dort verbauen. Der „Segelcampus Mövenstein“ umfasst einen Yachthafen, ein Hotel, Apartmenthäuser mit 70 bis 80 Wohnungen sowie ein Segel-Trainingszentrum. Imetas-Chef Heiner Kropp stellte die neuen Pläne gestern Politikern und Stadtverwaltung in nicht-öffentlicher Sitzung vor. „Wir wollen die Aufenthaltsqualität im Norden Travemündes stärken“, sagte Kropp auf LN-Anfrage.

Imetas will im nördlichen Teil des 25 000 Quadratmeter großen Areals ein Drei- bis Vier-Sterne-Hotel mit mindestens 150 Zimmern errichten. Daneben sind mehrere Blöcke mit Apartments geplant, die zwischen 85 und 120 Quadratmeter groß ausfallen sollen. Die Anordnung der Blöcke steht noch nicht fest. Klar ist, dass mehrere Sichtachsen von der Kaiserallee zum Strand erhalten werden müssen. Das Hotel wird einen Pool, einen Wellness- und einen Fitnessbereich erhalten und sowohl die Apartments als auch das neue Clubhaus des Lübecker Yachtclubs (LYC) betreiben. Kropp ist in Kontakt mit internationalen Betreibern. Mit den in der Ausschreibung vorgeschriebenen Gebäudehöhen von 12,50 Metern für die Apartmenthäuser beziehungsweise 18 Metern für das Hotel kann der Projektentwickler auskommen, allerdings würden sich höhere Gebäude besser rechnen. „Die Vorgabe schlägt sich auf den Kaufpreis für das Grundstück nieder“, sagt Heiner Kropp. Wie hoch dieser ist, verrät er nicht. Wie die Herbergen konkret aussehen sollen, lässt Imetas derzeit offen. Darüber soll ein Architekturwettbewerb entscheiden. Kropp: „Wir stehen für hochwertige Architektur. Das zeigt alles, was wir bisher gebaut haben.“

Vor den Grünstrand setzen die Hamburger einen Yachthafen mit 300 Liegeplätzen. Örtliche Segelclubs sollen mehr als die Hälfte der Liegeplätze belegen. Imetas verzichtet auf ein Winterlager oder Servicebetriebe an dieser Stelle. Die Hamburger müssen zwei Molen als Wellenbrecher bauen. Eine Mole wird zwölf Meter breit und beherbergt ein Seebistro mit Blick aufs Meer. Zwischen Mole und Ufer wird eine Fläche aufgeschüttet, so dass der öffentlich zugängliche Grünstrand etwas erweitert wird.

Kernstück des Projekts ist der Segelcampus mit Segelschule und Trainingszentrum. Der Campus wird von einer eigenen Gesellschaft betrieben und finanziert sich zum Teil über Sponsoring. Vorbild ist eine Kieler Einrichtung, die nach Kropps Angaben Kosten von 370 000 Euro im Jahr hat, aber Einnahmen von 400 000 Euro pro Jahr erzielt. Sollte es anders kommen, bleibe die Stadt von Kosten verschont, sagt der Geschäftsführer: „Wir haben das gesamte Konzept ohne Fördermittel und städtische Zuschüsse gerechnet.“ Der bisherige Parkplatz Mövenstein wird überbaut. Imetas schafft für Touristen und Grünstrand-Besucher insgesamt 450 neue Stellplätze, die meisten davon in Tiefgaragen. Hinter der Seebadeanstalt, die die Hamburger auf eigene Kosten sanieren wollen, könnte eine Parkpalette entstehen. Travemünde müsse auch keinen „Highway durch den Ort“ befürchten, sagt der 55-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur. „Wir wollen mit dem vorhandenen Straßennetz auskommen.“

Der Hamburger Projektentwickler ist der einzige Bieter nach einer EU-weiten Ausschreibung, die Ende August auslief. Seit sechs Jahren bemüht sich Imetas um das Grundstück, hat bereits 200 000 Euro an Planungskosten aufgewendet. Kropp: „Wir werden das Projekt aber nicht auf Biegen und Brechen durchsetzen. Wenn die Bürger es nicht wollen, dann ist es so.“

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