Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Handballtage in Lübeck: eine neue Welt für Taiwan
Lokales Lübeck Handballtage in Lübeck: eine neue Welt für Taiwan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:56 24.10.2012
Plakative Botschafter: „Kaohsiung Chung-Yun- Schule grüßt die Handball-Tage in Lübeck“ ist auf dem Banner des Teams Taiwan zu lesen. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Anzeige
Lübeck

Chuang Y-Hsin und Wang Ting Yuan ziehen den Reißverschluss ihrer Jacke bis unters Kinn hoch. Doch dem Regen, dem Schietwetter, dem entkommen sie nicht. Bibbernd – sogar der orange „Taiwan“-Schriftzug auf ihrem Rücken zittert – harren die zwölfjährigen Mädchen der „Chung-Yun“- Schule am Rande des Spielfeldes 18 aus. „Es ist doof, dass es regnet. Und auch die Duschen in der Turnhalle, da, wo wir schlafen, sind kalt. Aber sonst ist alles ganz spannend“, erzählen sie lachend. Für sie öffnet sich bei den 17. Internationalen Lübecker Handballtagen eine neue, eine andere Welt. Sie ist so ganz anders als die in ihrer 2,8 Millionen-Metropole Kaohsiung, der pulsierenden Hafenstadt im Süden Taiwans. Lübeck, die alten Häuser und Schiffe, das süße Marzipan – das fasziniert sie. Auch, dass 4500 Jungen und Mädchen aus zehn Nationen hier Handball spielen.

Und das ist ihnen völlig fremd. „Bei uns ist der Handball nicht bekannt, es gibt gerade mal 1000 Aktive“, erzählt Coach Liu Chun Chih. Baseball, Basketball, Golf – das sind die Topsportarten. Handball – das gehe nur über den Schulsport. Und so ist Herr Liu Trainer, Lehrer (Sport, Mathematik, Chinesisch) und Handball-Entwicklungshelfer in Personalunion. Seit zehn Jahren unterrichtet er Handball, seit 24 Monaten trainiert er die Mädchen, einmal täglich vier Stunden – davon zwei nach der Schule.

Sandra Paolis könnte da nur müde lächeln. Auf der Falkenwiese steht sie direkt neben Herrn Liou, doch in Sachen Handball trennen sie Welten. Die 14-Jährige aus Sao Paulo kommt auf ein Mehrfaches an Stunden. Und sie hat ein Ziel: „Ich möchte Weltmeisterin werden. Ich bin hier, um Techniken zu studieren, Spielweisen kennenzulernen.“ Deshalb zieht sie mit dem Brasilien-Tross auch weiter nach Göteborg zum Partille-Cup und dann nach Dänemark zum Dronninglund-Cup. „Da ist es hoffentlich nicht so kalt.“ Sagt es und verzieht sich zum Aufwärmen ins Turnierdorf. Und in der Phönixhalle ist es wie in einer Dampfsauna. Tausende von Jungen und Mädchen flitzen durch die Bankreihen. Lange Schlangen vor den Saft- und Imbissständen. Bei „Sports Magull“ muss der Chef Michael Magull den improvisierten Sportshop sogar mit einem Flatterband immer wieder schließen. Das Gedränge zwischen den Regalen und Kleiderständern ist riesengroß. Marcus Sievers vom Orga-Team des MTV Lübeck, der für das nächste Jahr auf die Lübeck-Premiere von Indien und Kanada hofft, schaut derweil immer wieder besorgt gen Himmel. „Im Vorjahr war es brütend heiß, jetzt regnet es junge Hunde. Die Mädels und Jungs nehmen es mit Gelassenheit und Humor. Doch hoffentlich wird es nicht schlimmer.“ Doch am Abend standen dann etliche Plätze unser Wasser. Das Organisationsteam reagierte, stellte aus Rücksicht auf die Gesundheit der Spieler für heute drei Spiel-Varianten auf: „Ist es trocken, geht der Spielbetrieb normal weiter. Regnet es leicht, dann entscheiden die Teams, ob sie spielen oder Siebenmeter werfen.“ Variante drei würde bei Starkregen greifen: Die Entscheidung aller Spiele per Siebenmeterwerfen. Ein Novum.

Auf Variante eins hofft derweil Team Taiwan. Die D-Jugend-Mädchen sind ungeschlagen in den heutigen A-Pokal eingezogen. Und das wird man auch in der Heimat erfahren. Radio Taiwan berichtet – wie auch Welle Nord und das NDR- Fernsehen – von der Falkenwiese. Allerdings auch vom Schietwetter. Der Trost für die Taiwan-Mädels: Von Lübeck geht es eine Woche in die Türkei. Sightseeing – und das mal ganz ohne Handball.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei dem Versuch, einen Küchenbrand zu löschen, haben sich am Samstag in Lübeck drei Menschen verletzt. Vermutlich habe sich Öl auf dem Herd stark erhitzt und selbst entzündet, teilte die Feuerwehr mit.

08.01.2013

Damals verschwand ein alter Lübeck-Leuchter aus massivem Messing spurlos vom Bismarck-Stammtisch der Schiffergesellschaft. Nun ist das Prunkstück wieder da.

11.01.2013

Zehntausende späte Kunden schlenderten am Freitag während des Midnight-Shoppings durch die Altstadt. Viele Geschäfte lockten mit Unterhaltungsangeboten. Das Fazit der Einzelhändler ist dennoch durchwachsen.

11.01.2013
Anzeige