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Lübeck Handwerker und Künstler zugleich
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20:13 09.08.2016
Obermeister Thomas Behrens (hinten, v. l.), Innungsvorstand Andreas Bauert und Klaus Puschaddel mit den Prüfungsbesten Fexhrije Salihu (vorne, v. l.), Lisa-Maria Conteduca und Irina Tissen. Quelle: Rüdiger Jacob

Die Damen in eleganten Ballkleidern, die Herren in schnieker Garderobe. So präsentierten sich die 20 ehemaligen Azubis, die jetzt im Lübecker Hotel Holiday Inn feierlich zu Gesellen freigesprochen wurden. Das tolle Outfit der frisch gebackenen Friseure – natürlich saßen auch die Haare perfekt – hatte einen Grund: Seit Jahren ist es bei der Lübecker Friseurinnung liebgewonnener Brauch, die Freisprechung mit einem opulenten Büfett und einem Ballabend zu verbinden.

Zu Beginn der dreijährigen Ausbildung waren es noch 30 Kandidaten, die sich für den Friseurberuf entschieden hatten. Zur Prüfung angetreten waren 25 Haarschneider in spe. 20 von ihnen haben es geschafft, für fünf heißt es noch einmal durchstarten. Für Lisa-Maria Conteduca (Frisör Josupeit) war der Abend ein besonderes Erlebnis. Bis zuletzt hatte sie nicht geahnt, als Innungsbeste nach vorne gebeten zu werden. Die 20-Jährige, die „völlig überrascht, aber überglücklich“ Zeugnis und Gesellenbrief entgegennahm, kann sich auf ein Fachseminar bei dem internationalen Friseur-Coach Georg Ochs in Wien freuen. Ochs überreichte der jungen Friseurin das Auszeichnungs-Präsent. Im Gespräch mit den LN machte er deutlich, dass es heute mehr denn je darauf ankomme „gut kommunizieren“ zu können. Menschen, die sich für den Beruf des Friseurs entscheiden, sollten ein trainiertes Auge für Form und Gestaltung haben. Außerdem sei „Lust zur Mode“ gefragt. Davon ist auch Lübecks stellvertretender Stadtpräsident Klaus Puschaddel (CDU) überzeugt. „Friseure sind Handwerker und gestaltende Künstler zugleich“, zollte Puschaddel den jungen Gesellen Respekt und Anerkennung.

So schön der Freisprechungsball und so ausgelassen die Stimmung – so trübe macht ein dicker Wermutstropfen der Innung zu schaffen: „Wenn sich die Situation nicht ändert, wird sich die Lübecker Friseurinnung über kurz oder lang auflösen“, sagt Thomas Behrens, Obermeister der Innung. Nur noch ein Viertel der Lübecker Betriebe gehören der Innung an. „Halten wir die Zahl der Mitglieder, können wir Veranstaltungen wie diese auch künftig anbieten. Geht die Zahl aber weiter runter, wäre das leider das Ende.“

jac

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