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Lübeck Handyverbot beim Baden?
Lokales Lübeck Handyverbot beim Baden?
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09:27 18.06.2017
Stefanie Reinhold (29, v.l.) mit Sohn Ayaz (1) und Janina Kräft (33) mit Tochter Mathilda (elf Monate) beim Babyschwimmen. Ist die Gruppe unter sich, gibt es eine Ausnahme vom Verbot. Quelle: Lutz Roessler
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Sommer, Sonne und nackte Haut. Die warme Jahreszeit ist da und wer sein Kind beim Plantschen am Travemünder Strand, seinen Kumpel beim Springen vom Sprungbrett oder seine Freundin beim Tauchen im Hallenbad fotografieren möchte, denkt sich sicher nichts Böses. Das Problem ist nur: Wer schnell mal einen tollen Moment einfängt und ihn dann in den sozialen Medien teilt, der hat womöglich auch jede Menge „Beifang“ – also leicht bekleidete Menschen im Hintergrund – ungefragt einem großen Publikum preisgegeben.

So halten es die anderen Kreise mit Fotografie-Verboten

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Um das zu verhindern, hat die Bäderland Hamburg GmbH vor einem Jahr ein Fotoverbot erlassen und stellt ihren Gästen künftig Kamera-Sticker zur Verfügung, mit denen die Linse von Smartphones abgeklebt wird. Die Nutzung ist allerdings auf freiwilliger Basis. Gute Idee oder doch übertrieben?

Taschenkontrollen, damit das Handy draußen bleibt?

In Lübeck gehen die Meinungen dazu weit auseinander. „Bei uns gibt es ein generelles Foto- und Handyverbot in allen Bädern“, sagt Björn Hoppe, Direktor der Lübecker Schwimmbäder. Damit erübrigt sich auch die Frage nach den Kamera-Stickern. Und die Alternative zum Handyverbot, ein verpflichtender Einsatz der Sticker, wäre Hoppe zu tiefgreifend. „Das würde am Ende noch Taschenkontrolle bedeuten, da finden wir es besser, wenn das Handy gleich draußen bleibt.“

Grund für das seit 2015 bestehende Verbot ist laut Manuel Seeck, stellvertretender Betriebsleiter des Schwimmbads Kücknitz, eine Zunahme des Fotografierens mit dem Smartphone. „Seit einige Handys auch wasserdicht sind, haben Unterwasserbilder massiv zugenommen“, erklärt der 29-Jährige. Das wollte man nicht mehr tolerieren. „Es geht uns dabei auch um den Schutz der Kleinsten“, erklärt Hoppe. Und Probleme gebe es mit dem Verbot nicht. „Wenn man den Leuten erklärt, warum das bei uns so ist, ist das Verständnis meist da“, berichtet Seeck.

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In den Freibädern und auf der Liegewiese im Kücknitzer Freibad sei die Kontrolle allerdings schwieriger als in einer übersichtlichen Halle. Das gilt genauso – und noch mehr – für den Ostseestrand. Kurdirektor Uwe Kirchhoff hat an einem Foto- oder gar Handyverbot am Travemünder Strand aber auch gar kein Interesse: „Wo kommen wir hin, wenn die Leute ihr Urlaubsglück nicht mehr festhalten dürfen?“ Der Kurbetrieb fördert die Möglichkeit, Bilder und Videos im Netz zu verbreiten sogar noch. Rund 15 000 Euro hat man in Travemünde in den Ausbau des WLan-Netzes für Urlauber und Tagesgäste investiert.

Polizei: Thema ist eher eine Ausnahme

Dass damit die Gefahr der Verletzung von Persönlichkeitsrechten erhöht wird, glaubt Kirchhoff nicht. Denn gebe es das WLan nicht, würde der Nutzer die Fotos eben später ins Netz stellen. „Den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien, müssen wir den Menschen schon selbst überlassen“, meint der Kurdirektor. Zumal ihm noch nie Ängste zugetragen wurden, nach denen sich Menschen am Strand in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt fühlten. Außer einmal: „Da sollte ein junger Mann, der einen Freiwilligendienst leistete, einen seltenen Vogel beobachten“, erzählt Kirchhoff schmunzelnd. Mit einem Fernglas habe er sich dazu in die Dünen gelegt und „fast Prügel bezogen“.

Für die Lübecker Polizei ist das Thema auch eher eine Ausnahme: „Seit Januar 2016 gab es insgesamt 36 Fälle, bei denen wegen unerlaubt gefertigter Bildaufnahmen ermittelt wurde“, berichtet Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. Das waren aber handfeste Straftaten, bei denen es um Erpressung oder Bloßstellung in sozialen Medien ging. Nur zwei dieser Fälle hatten einen Bezug zum Schwimmbad oder Strand gehabt.

Auch beim Verein der Lübecker Naturbäder gibt es kein Handy- oder Fotoverbot: „Wir achten darauf, wer da Bilder macht, wollen aber niemandem verbieten, schöne Momente festzuhalten“, sagt der Vorsitzende Andreas Pawlowski. Auch nehme er kein Mehr an Fotografie durch Smartphones wahr. Doch das liegt vielleicht auch daran, dass die trübe Wakenitz nicht so sehr zu coolen Unterwasserfotos einlädt wie das Wasser der Hallen- und Freibäder.

Von Luisa Jacobsen und Nadine Materne

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