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Lübeck Hansemuseum: Die ersten Steine des Baus sind gemauert
Lokales Lübeck Hansemuseum: Die ersten Steine des Baus sind gemauert
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00:26 29.06.2013
Drei Mal klopfen – und alles wird gut. Das sagt ein alter Brauch. Ob Renate Menken, Chefin der Possehl-Stiftung, daran glaubt? Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Der erste Stein sitzt. Der zweite auch. Die Uralt-Ziegel begraben die Kartusche unter sich. „Grundsteinlegung 28/06/2013“ ist auf ihrem Deckel eingraviert. Sie soll dem Bau des Europäischen Hansemuseums Glück bringen und birgt Erinnerungsstücke aus dem In- und Ausland. Maurer Mike Niemeck legt die Kelle beiseite — jetzt dürfen die Honoratioren der Stadt mit dem Hammer auf die Steine klopfen. Das soll die besten Wünsche für den Bau zusätzlich besiegeln. Doppelt hält besser. Es ist der Höhepunkt der feierlichen Zeremonie für das Hansemuseum, das im Frühjahr 2015 eröffnet werden soll.

„Der Bau des Hansemuseums ist ein ganz besonderes Projekt für Lübeck — und für das ganze Land“, hebt Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Bedeutung hervor. Das neue Museum werde „Lübeck voranbringen“ und das Bekenntnis der Stadt „zu ihrer Identität noch weiter stärken“. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hofft, dass es „ein wirklicher Touristenmagnet“ wird. Das Europäische Hansemuseum habe den Anspruch, „die Geschichte der ganzen Hanse“ zu repräsentieren. Als ehemalige Königin der Hanse sei Lübeck der einzig richtige Standort für dieses Vorhaben. „Wenn man überhaupt ein solches Museum in die Welt setzen sollte, dann in Lübeck“, stimmt Renate Menken zu, Chefin der Possehl-Stiftung. Sie hat den 32-Millionen-Euro-Bau zum großen Teil finanziert. 22,6 Millionen Euro davon zahlt die Possehl-Stiftung, 9,4 Millionen Euro gibt das Land aus einem EU-Topf dazu.

Einfach sind die Planungen dieses Millionen-Projektes nicht. Das blitzt immer wieder durch während Menkens Rede — in der sie in amüsanter Art die Schwierigkeiten des Baus anspricht. „Das ist die reinste Wundertüte“, sagt Menken frei heraus. „Es ist das erste Mal, dass wir als Possehl-Stiftung so ein Riesending wuppen.“ Denn „diesmal steuern wir nicht nur die äußere Hülle des Gebäudes bei, sondern auch den Inhalt“. Am Ende des Tages fühle sich das nicht immer gut an, dafür „am Morgen dann wieder“, berichtet Menken launig von der Zusammenarbeit. „Spaßig, bissig und unterhaltsam“ seien diese Treffen, gibt Architekt und Museumsdesigner Andreas Heller zu. Aber man sei auf gutem Wege. „Wir sind völlig fasziniert von der Geschichte und ihren Geschichten“, sagt Heller. Und auch Menken gibt zu: „Das Europäische Hansemuseum wird ganz toll.“

Selbstverständlich loben auch die geladenen Gäste das Millionen-Projekt. Als „Schmuckstück für die nördliche Altstadt“, bezeichnet es Innensenator Bernd Möller (Grüne). „Eine Bereicherung für Lübecks Museenlandschaft“, sagen der Chef der Museen, Hans Wißkirchen, und Buddenbrookhaus-Leiter Holger Pils unisono. Für die Direktorin der Gemeinnützigen, Antje Peters-Hirt, ist das neue Hansemuseum „einfach genial“. Dann geht‘s zum Feiern gleich nebenan ins Festzelt. An die Stelle, an der auch in zwei Jahren Sektgläser aneinanderklirren werden, wenn das Haus eröffnet wird. 250 Lübecker mit Rang und Namen tummeln sich im Inneren des Zeltes. Draußen bleiben die Handwerker zurück — Maurer Niemeck und der Dachdecker Domenik Jablonski, der die Kartusche zugeschweißt hat. Neben ihnen ragt ein 35 Meter großer Pfahlbohrer in die Höhe. Jetzt kann der Bau beginnen.

Vergrabenes Glück
10 Erinnerungsstücke sollen dem Bau des Hansemuseums Glück bringen. Sie wurden alle in der kupfernen Kartusche mit verbuddelt. Eine aktuelle Ausgabe der Lübecker Nachrichten, Münzen im Wert von einem Cent bis zwei Euro, die Architektenpläne, das Grußwort des Ministerpräsidenten, Auszüge aus der Satzung der Possehl-Stiftung und eine Scherbe, die bei den archäologischen Grabungen gefunden wurde — sowie aus Bergen (Norwegen) das Siegel mit dem ältesten Stadtwappen, aus Brügge (Belgien) die Ehrenmedaille der Stadt, ein Schlüsselanhänger des Londoner Museums und aus dem russischen Nowgorod eine Holzdose mit dem Stadtwappen.

Josephine von Zastrow

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