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Lübeck Hansestadt schreibt Winterdienst neu aus
Lokales Lübeck Hansestadt schreibt Winterdienst neu aus
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13:30 09.08.2018
Der Räumdienst funktionierte im Winter vor etlichen städtischen Gebäuden nicht so, wie sich die Stadt das vorstellt. Quelle: Fotos: Neelsen, Archiv
Lübeck

Eispanzer auf Wegen und Schulhöfen, nicht geräumte Rettungswege – und das ausgerechnet vor Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäuden. „Wir haben von fast allen Schulen die Rückmeldung bekommen, dass der Winterdienst nicht stattgefunden hat“, berichtete Friedrich Thorn, Bereichsleiter Schule und Sport der Hansestadt, am 15. März den Politikern im Schulausschuss. Thorn sprach von katastrophalen Verhältnissen und Dennis Bunk, Chef des städtischen Gebäudemanagements, pflichtete ihm bei. „Wir haben einen neuen, externen Dienstleister, der es nicht in den Griff bekommen hat“, entschuldigte sich Bunk in der gleichen Sitzung.

Wer kann sich in diesen heißen Tagen noch daran erinnern? Ende Februar, Anfang März fror Lübeck und an Schulen und Kitas wurden Schnee und Eis nicht geräumt. Jetzt schreibt die Verwaltung den Winterdienst für 129 städtische Gebäude neu aus – und sucht mehrere kleinere Dienstleister.

Der Dienstleister ist raus. Nach Angaben des Gebäudemanagements „musste der laufende Winterdienstvertrag vorzeitig gekündigt werden“. Begründung: „Die katastrophale Winterdienst-Situation an zirka zehn Wintertagen in der Saison 2017/2018 an den Gebäuden der Hansestadt hat gezeigt, dass der Winterdienst neu aufgestellt werden muss.“ Mit der Vergabe aller 129 Standorte an einen Dienstleister sei die Verkehrssicherheitspflicht nicht gewährleistet. Das GMHL bereitet aktuell eine Ausschreibung der 129 Objekte für die Vertragslaufzeit von zwei Jahren mit Option auf eine Verlängerung um ein Jahr vor. Der Auftrag wird gestückelt – in 28 verschiedene Lose. „Damit geben wir dem Mittelstand die Chance“, sagt das GMHL, denn ein Bieter kann maximal den Zuschlag für sieben Lose erhalten. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft hat der neuen Vergabe bereits seinen Segen gegeben. Das Gebäudemanagement informiert „mögliche, örtliche Anbieter aus dem Garten- und Landschaftsbau sowie der Bau- und Reinigungsbranche“ direkt über die Ausschreibung. Bereits jetzt würden viele Firmen ihr Interesse bekunden. Durch die Splittung sei der Auftrag für kleine Anbieter attraktiver geworden, ist das GMHL optimistisch.

Die CDU wünscht sich eine noch kleinteiligere Vergabe. „Wir wollen als Hansestadt die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region unterstützen“, erklärt Fraktionschef Oliver Prieur. Mit dem Abschied von einem einzigen Auftragnehmer gehe das GMHL den ersten richtigen Schritt. Ob die Stückelung in 28 Lose reicht, da hat Prieur seine Zweifel. Das Gebäudemanagement setze auf Versuch und Irrtum, kritisiert Prieur: „Wir hoffen, dass die Stückelung jetzt kleinteilig genug ist, um das Interesse lokaler Unternehmen zu wecken. Andernfalls muss bei der nächsten Ausschreibung doch jedes Objekt einzeln vergeben werden.“

Der jetzige Weg sei ohnehin nur eine Zwischenlösung, verkündet das GMHL. Das eigentliche Ziel lautet: eine gesamtstädtische Lösung des Winterdienstes. Denn auf den Straßen, Wegen und Plätzen räumen im Winter die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) und der städtische Bereich Stadtgrün und Verkehr. Das Gebäudemanagement: „Eine gemeinsame Planung der Ressourcen Finanzen und Personal bedarf einer angemessenen Vorlaufzeit.“ Konkret heißt das: Es müssen die Routen geplant werden.

Von Kai Dordowsky

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