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Lübeck Heiraten auf der "Passat" soll teurer werden
Lokales Lübeck Heiraten auf der "Passat" soll teurer werden
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07:30 25.01.2017
Steht in dieser Saison wieder für Hochzeiten zur Verfügung: die Viermastbark „Passat“. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Travemünde

Der zuständige Ausschuss für Schule und Sport tut sich schwer mit den neuen Gebühren. Acht von 15 Politikern stimmten dafür, sieben enthielten sich. Nun muss die Bürgerschaft entscheiden, ob die Erhöhung kommt.

Stadt hat Personalfrage gelöst – Bürgerschaft muss noch zustimmen.

„Wenn das Standesamt in der Lindeschen Villa bleiben soll, muss die Stadt auf uns zugehen."

Matthias Rasch,

„Trave“-Geschäftsführer

Große Aufregung im April vergangenen Jahres: Der damalige Innensenator Bernd Möller (Grüne) kündigte an, dass das Standesamt personell nicht mehr in der Lage sei, Hochzeiten auf der „Passat“ anzubieten. Die Bürgerschaft entschied, dass eine andere Lösung gesucht werden soll. Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) fand in ihrem Fachbereich Mitarbeiter, die sich zu Standesbeamten fortbilden ließen. Der Finanzcontroller Jörg Geller absolvierte einen Standesbeamtenlehrgang. Aus Bargteheide wurde eine Verwaltungsfachangestellte gewonnen, die im Büro des Passathafens arbeitet und über eine Zusatzausbildung zur Standesbeamtin verfügt. Im Dezember unterzeichneten die Fachbereiche von Kathrin Weiher und dem neuen Innensenator Ludger Hinsen (CDU) eine „Vereinbarung zur Durchführung der Eheschließungen auf der ,Passat‘“.

Friedrich Thorn, Bereichsleiter Schule und Sport und damit für den Passathafen zuständig, kündigte bereits vor Wochen an, dass diese Zusatzaufgaben für seinen Bereich mit höheren Kosten verbunden seien und dass deshalb die Gebühren für den schönsten Tag im Leben auf der Viermastbark steigen müssten. Jetzt hat Thorn die neuen Tarife vorgelegt. Die unterschiedlichen Preise für Kapitänssalon, Messe und Kartenhaus werden vereinheitlicht. Der Kapitänssalon soll statt 261 künftig 440 Euro kosten. Messe und Kartenhaus kosteten bisher 130 Euro, künftig sollen 440 Euro fällig werden. Dafür geht es nicht mehr nur um die reine Raummiete. Der Bereich Schule und Sport kümmert sich um die ganze Organisation der Hochzeit, die Herrichtung der Räume und die Trauung. Bereichsleiter Thorn: „Wir stützen die Kalkulation auf den Personal- und Zeitaufwand.“ Für die Hochzeitspaare kommen noch die standesamtlichen Gebühren von 280 Euro hinzu.

„Wenn es etwas Besonderes sein soll, kostet es eben auch mehr Geld“, sagt Innensenator Hinsen. Er weiß, wovon er redet. Denn das ihm unterstehende Standesamt bereitet ebenfalls Hochzeiten an besonderen Orten vor – in Audienzsaal, Hörkammer, Erker- und Kommissarenzimmer des Rathauses. Dafür müssen Brautleute sogar bis zu 1650 Euro hinblättern. Hinsen: „In diesem Jahr wird es im Rathaus die ersten Hochzeiten geben.“

Der Innensenator ist auch überzeugt, dass es in diesem und im nächsten Jahr Hochzeiten im Standesamt in der Lindeschen Villa gibt. „Es ist derzeit keine anderweitige Unterbringung des Standesamtes in Sicht.“ Allerdings läuft der Mietvertrag der Stadt mit der Grundstücksgesellschaft „Trave“ zum Jahresende aus. Gespräche über eine Verlängerung haben noch immer nicht stattgefunden. Oliver Dedow (BfL) hat öffentlich angemahnt, dass endlich Planungssicherheit herrschen müsse. „Wenn das Standesamt in der Lindeschen Villa bleiben soll, muss die Stadt auf uns zugehen“, sagt „Trave“-Geschäftsführer Matthias Rasch. Er rechnet damit, dass Ende Februar Klarheit besteht.

Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) verweist auf einen Bürgerschaftsbeschluss, dass die „Trave“ sich von allen Immobilien trennen soll, die nicht zu Wohnzwecken gehalten werden. Die Verwaltung plane weiterhin, das Standesamt im Zeughaus unterzubringen. Die Bürgerschaft hatte dieses Vorhaben vor einem Jahr gestoppt. Die Lindesche Villa dürfe nur verkauft werden, wenn es für das Standesamt und die Völkerkundesammlung dauerhafte, neue Standorte gebe.

 Kai Dordowsky

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