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Lübeck „Helfen ist ja was Schönes“
Lokales Lübeck „Helfen ist ja was Schönes“
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20:18 16.04.2016
Christel Hettig (76, l.) und Birgit Keßler (64) verkaufen Bonbons für den guten Zweck.

Als am 9. September vergangenen Jahres 230 Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Schweden waren, im Lübecker Hauptbahnhof festsaßen, war nicht nur die Polizei im Stress. Auch für die Bahnhofsmission war es ein großer Einsatz. Sie übernahm die Verpflegung. „Da waren wir Ehrenamtlichen sieben Stunden auf den Beinen, ohne uns hinzusetzen“, erinnert sich Manfred Willner (67). Gestern präsentierte die Bahnhofsmission sich bei einem Tag der offenen Tür.

Manfred Willner (67) macht Fotos zum Motto „Gemeinsam Wege gehen“. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen

Das bundesweite Motto des Tages war „Gemeinsam Wege gehen“. Die Lübecker Ehrenamtlichen haben dieses Motto in eine Foto-Aktion übersetzt: Manfred Willner fotografiert Menschen, die am Arm eines Mitarbeiters der Bahnhofsmission durch den Bahnhof gehen. „Wir haben gedacht: Na, wenn wir zehn Leute zusammenkriegen. . . Jetzt haben wir schon über 30“, sagt Mara Merckens (62), die Leiterin der Bahnhofsmission, anderthalb Stunden nach Beginn. Die Fotos werden später in den Räumen der Mission ausgestellt.

Immer um Viertel vor, bevor die Züge aus allen Richtungen in schneller Folge eintreffen, machen sie sich auf den Weg. Sie helfen Frauen mit Kinderwagen und gebrechlichen alten Menschen beim Umsteigen, sie zeichnen Wegbeschreibungen für orientierungslose Flüchtlinge, sie führen Blinde durch den Bahnhof. In den Räumen der Mission links neben dem Bahnhofseingang kann jeder, der das Bedürfnis hat, in Gesellschaft einen Kaffee trinken.

„Es wird immer mehr Sozialarbeit“, sagt Merckens. Immer mehr Süchtige, Kranke, Obdachlose suchten die Bahnhofsmission auf. „Es ist schwierig, wenn Sie 365 Tage im Jahr haben, 24 Stunden am Tag, und Sie morgens aufstehen und Sie keiner braucht. „Aber wir stülpen ihnen unsere Hilfe nicht über.“ Täglich kämen zwischen zwölf und 15 solcher Gäste, dazu eine stark schwankende Zahl von Reisenden.

Manfred Willner ist als einer von zwölf Ehrenamtlichen seit fünf Jahren dabei. „Helfen ist ja was Schönes“, sagt er. Auch wenn man nicht nur lauter Dankbarkeit erlebe:

„Wir haben auch schon Situationen gehabt, wo wir uns eingeschlossen haben, weil Besoffene randaliert haben.“ Die Hilfe beginnt im Kleinen. Willner hat einen genauen Blick entwickelt: „Wenn jemand auf einem falschen Bahnsteig ist, sehen wir das sofort an seinem Verhalten, daran, wie er auf- und abgeht.“

Die Mission besteht für die Ehrenamtlichen nicht darin, Menschen zum Christentum zu bekehren. Mara Merckens sagt: „Wir geben den Leuten keine Bibel in die Hand, aber wir arbeiten natürlich im christlichen Sinn.“

Von kab

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