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Lübeck „Herwart“ hinterlässt Visitenkarte
Lokales Lübeck „Herwart“ hinterlässt Visitenkarte
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11:04 31.10.2017
In der Luisenstraße in St. Gertrud ist eine große Birke auf ein parkendes Auto gefallen. Glücklicherweise befand sich kein Insasse in dem Pkw, so dass nur ein hoher Sachschaden entstanden ist. Quelle: Fotos: Holger Kröger
Lübeck

Für die Hansestadt galt eine „Vorabinformation Unwetter“ des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die dann Sonntag ab 11 Uhr auf die Alarmierungsstufe „amtliche Warnungen vor Sturmböen“ abgeschwächt wurde. Trotzdem: Das Sturmtief „Herwart“ hatte Lübeck den ganzen Sonntag voll im Griff; umgestürzte Bäume, blockierte Fuß- und Radwege, abgedeckte Dächer, eine tosende Brandung sowie hochstehendes Wasser in Travemünde und an der Obertrave waren untrügliche Zeichen für seine Naturgewalt.

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„Es gab in der Tat zahlreiche Einsätze“, bilanzierte gestern Polizeisprecher Maik Seidel, „im gesamten Gebiet unserer Regionalleitstelle Süd, das sich von Ostholstein über Lübeck bis nach Stormarn und in den Kreis Herzogtum Lauenburg erstreckt, mussten die Kollegen 175 Mal wegen des Sturms ausrücken.“ In Lübeck habe es dabei allein 29 Einsätze gegeben.

So stürzte zum Beispiel in der Luisenstraße in St. Gertrud ein Baum auf einen Pkw. „Glücklicherweise ist bis auf den Sachschaden jedoch nichts Schlimmeres passiert; es gab also keine Verletzten“, so Seidel. Vor allem wegen abgeknickter größerer Äste sowie loser Verkehrsschilder, die auf die Fahrbahn geweht wurden, seien weitere Einsätze notwendig gewesen.

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Stark gefordert waren aber auch die Kräfte der Feuerwehr. Matthias Müller von der Leitstelle: „In Moisling ist ein großer Baum auf ein Mehrfamilienhaus in der Hasselbreite gefallen. Es gab größere Schäden an dem Gebäude.“ Das Dach sei massiv in Mitleidenschaft gezogen worden; zudem habe die Gefahr bestanden, dass Dachziegel herunterfallen.

„Folglich haben die Kollegen den Baum zerlegt und die Einsatzstelle gesichert“, berichtete gestern Müller, „die Hausverwaltung hat dann alles Weitere übernommen.“ Ein Notruf erfolgte ebenfalls aus der Geniner Straße. „Da hatte sich sturmbedingt bei einem Gebäude auf dem Gelände der Stadtwerke die Zinkabdeckung des Daches teilweise verabschiedet.“

Spürbare Sturmschäden waren im Stadtgebiet unter anderem ebenfalls in der Kronsforder Landstraße zu verzeichnen, wo umgestürzte Bäume den Fahrradweg unpassierbar machten. Und der Ehrenfriedhof wurde wegen umgestürzter Bäume für Besucherinnen und Besucher kurzfristig gesperrt. Insgesamt zog Matthias Müller jedoch das Fazit: „Wie schon beim Vorgänger- Sturm ,Xavier’ sind wir in Lübeck wieder recht glimpflich davongekommen.“

Eine vom Deutschen Wetterdienst angekündigte Sturmflut an der Ostseeküste verlief übrigens gestern weitgehend unkritisch. In Lübeck seien keine größeren Schäden gemeldet worden, ließ die Polizei mitteilen. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes lag der höchste Pegelstand in Travemünde am Morgen bei 6,05 Metern; das waren 2,20 Meter mehr als das mittlere Hochwasser. Die Anwohner der Obertrave allerdings bekamen zum Teil wieder nasse Füße.

 swe/hk/mho

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