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Lübeck Hetz-Aufkleber an Haltestellen rund um Volksfestplatz
Lokales Lübeck Hetz-Aufkleber an Haltestellen rund um Volksfestplatz
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20:14 29.03.2016
Die fremdenfeindlichen Sticker klebten an Haltestellen. Quelle: Petersen

Schwarze Sticker mit gelber Schrift und einer Zeichnung. Auf den ersten Blick sieht man den bekannten „Refugees welcome“-Schriftzug. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Es ist ein Hetz-Aufkleber. „Refugees not welcome“ steht darauf. Wie beim Original laufen auch hier zwei skizzierte Erwachsene davon — die Frau zieht ein Kind hinter sich her.

Was normalerweise das Sinnbild von Flucht und Vertreibung darstellt, ist auf den fremdenfeindlichen Aufklebern schrecklich abgeändert: Hinter der flüchtenden Familie jagen zwei bewaffnete Personen her. Auf einem anderen Sticker ist die Familie schwer bewaffnet — das Kind trägt einen Sprengstoffgürtel. Darunter ein kleinerer Schriftzug und der Satz: „Stay in your homeland“ — bleibt in eurem Heimatland.

Genau diese Aufkleber haben Unbekannte am vergangenen Sonntag an Fahrpläne von mindesten sechs Bushaltestellen und Stromkästen rund um den Volksfestplatz geklebt. „Die Aufkleber sind menschenverachtend und symbolisieren ein hohes Maß an Gewaltbereitschaft“, findet eine verärgerte Anwohnerin der Travemünder Allee. Die aufmerksame Frau hatte die Aufkleber an den Bushaltestellen „Adolfstraße“ und „Burgtorfriedhof“ auf ihrem Weg zur Arbeit entdeckt. Sonntag um 5.30 Uhr klebten die Sticker bereits dort. „Ich habe dann sofort die Polizei alarmiert“, erklärt die Frau. Wie viele Menschen in Lübeck habe auch sie Geflüchtete in ihrer Familie. „Solch eine Aktion kann ich deshalb nicht dulden“, erklärt sie.

Als die Aufkleber am Abend noch immer nicht verschwunden waren, machte sich die Anwohnerin mit Etikettenlöser ans Werk — Stück für Stück verschwanden die Aufkleber.

„In solchen Fällen wird üblicherweise auf Sachbeschädigung geprüft“, erklärt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Auch das Kommissariat 5 der Lübecker Kriminalpolizei, zuständig für Staatsschutzdelikte, ist eingeschaltet. „Liegt ein fremdenfeindlicher Bezug vor, wird die Staatsanwaltschaft hinzugezogen“, so Dürbrook.

Von tp

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