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Lübeck Hier werden die Touristen an die Hand genommen
Lokales Lübeck Hier werden die Touristen an die Hand genommen
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18:24 19.10.2013

10.40 Uhr: Eine Gruppe von Touristen strömt ins Welcome- Center am Holstentor, lechzend nach Kaffee, Cappuccino und Espresso — und dazu noch ein Stück Kuchen. Sie wollen sich stärken für den Stadtbummel. „Auf unsere Café-Bar sind wir sehr stolz“, sagt Doris Schütz, Sprecherin vom Lübeck und Travemünde Marketing.

10.50 Uhr: Vier Lübeck- Besucher aus Brandenburg haben es sich draußen vor dem Welcome-Center an einem Tisch bequem gemacht, blicken auf Holstentor, Alte Salzspeicher und Obertrave. Gunter (63) und Thea Leue (61) sowie Reinhard (59) und Renate Lange (59) sind zum ersten Mal in Lübeck. „Eigentlich sollte es doch heute regnen“, sagt Gunter Leue und freut sich über die milchig-milde Herbstsonne. „Wo sollte man hier unbedingt hingehen?“, fragen die vier Brandenburger gut gelaunt und voller Aufbruchstimmung. „So lange das Wetter gut ist, auf den Petri-Turm. Von dort oben hat man einen herrlichen Ausblick“, bekommen sie zur Antwort. „Die Gebäude sind einfach toll“, schwärmen die Lübeck-Besucher: „Wir sind vom Rathaus ganz begeistert.“ Gunter Leue, der an diesem Tag seinen Geburtstag feiert, gesteht aber, was ihn ganz besonders begeistert: „Marzipan“.

11.00 Uhr: Vor dem Welcome-Center sammelt Stadtführer Wolfgang Felkner (68) seine Schäfchen zusammen. Man sieht den Menschen an, wie sie sich auf die Tour durch die Altstadt freuen. Viele sind zum ersten Mal in der Hansestadt und können die Schönheit der Altstadt kaum fassen. Felkner macht täglich eine Führung. Was fragen die Gäste? „Viele wollen wissen, wie das war mit der Zerstörung der Altstadt. Und sie wollen viel von den Kirchen erfahren“, antwortet der 68-Jährige. Und was ist das beliebteste Ziel der Stadtführung? Felkner zögert mit der Antwort keine Sekunde: „Das Holstentor ist ein absolutes Muss.“ Der 68-jährige Lübeck-Kenner führt die Besucher mit Vorliebe durch das Dom- und Gängeviertel und berichtet dann über die Macht des lübschen Handels in früheren Zeiten und Lübecks einstige Rolle als Königin der Hanse.

11.13 Uhr: Wo geht‘s hier lang? Bernd (54), Irmgard (50) und Hetty Aschbrenner (21) aus der Nähe von Hildesheim stehen am Schalter des Welcome-Centers und lassen sich von Mitarbeiterin Annmarie Puls (29) beraten. Die fährt mit dem Finger über einen Altstadtplan und deutet auf die schönsten Dinge, die es dort gibt, quasi also auf alles. Die Familie trifft rasch und enthusiastisch eine Entscheidung. „Wir wollen die Lübecker Altstadt mit dem Boot umrunden“, sagt Irmgard Aschbrenner. Und wo‘s danach hingeht, ist auch schon klar: „Niederegger muss sein!“

11.27 Uhr: Alexandra Grothe lacht. Der 36-jährigen Leiterin des Welcome-Centers macht der Job Spaß. Vermutlich liegt das daran, dass ihre Kunden dank Urlaubsstimmung meist bester Laune sind. So wie Maria Ombeck (67) aus dem westfälischen Dorsten. Alexandra Grothe zeigt der Besucherin, die seit Jahrzehnten erstmals wieder hier ist, die herbstlich geschmückten Auslagen. Wer Lübeck mit sich herumtragen will, hat keine Probleme. Schirme und Taschen mit Lübeck- Schriftzug oder Holstentor-Emblem gibt es zuhauf. Rotspon und Marzipan natürlich auch. „Das ist ein sehr schönes Angebot hier“, lobt Maria Ombeck und erzählt, welche Ziele sie ansteuern will: Buddenbrookhaus, Willy-Brandt- Haus, Behnhaus/Drägerhaus und als Abschluss die Augsburger Puppenkiste im Theaterfigurenmuseum. Die 67-Jährige ist offensichtlich bestens informiert über das, was Lübeck bildungspolitisch bietet.

11.31 Uhr: Der Lübecker Benny Kristensen (60) hat es sich vor einem Bildschirm bequem gemacht. Routiniert ruft er sich Ausflugs- und Veranstaltungstipps ab. Er möchte wissen, was in Lübeck und der Region auf der Tagesordnung steht. „Ich bin einmal in der Woche hier und informiere mich über Touren und Angebote“, sagt der Lübecker und ist nach kurzer Zeit wieder entschwunden.

11.40 Uhr: Erika Harms (47) aus dem niedersächsischen Einbeck ist ganz wild auf die Marienkirche. Aber wo ist die? So richtig sehen kann sie sie vom Welcome-Center nicht. Der Weg ist rasch beschrieben: „Rechts zum Holstentor, 300 Meter geradeaus, dann links Richtung Rathaus. „Aber den Dom nicht vergessen“, rät ihr ein anderer Tourist — das Welcome- Center ist eine lockere Info-Börse.

Torsten Teichmann

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