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Lübeck Hilfe für Opfer schwerer Gewalt
Lokales Lübeck Hilfe für Opfer schwerer Gewalt
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20:39 25.01.2017
Die fünf Prozessbegleiter berichten im Amtsgericht. Quelle: Foto: Neelsen
St. Gertrud

Das Erleben eines schweren Gewaltverbrechens ist ein tiefer Einschnitt in das Leben eines Opfers. Die Erstattung einer Anzeige, Vernehmungen und die Gerichtsverhandlung selbst stellen dann häufig noch eine zusätzliche Belastung für die Betroffenen dar.

Bei einem Regionaltreffen im Amtsgericht Lübeck berichteten Fachleute jetzt über Inhalte einer neuen gesetzlichen Regelung zur Psychosozialen Prozessbegleitung. Seit 1. Januar ist diese intensive Form der Unterstützung für Opfer besonders schwerer Gewaltverbrechen gesetzlich verankert. Tatsächlich gibt es diese Hilfe bereits seit etwa 20 Jahren in Schleswig-Holstein, mit der gesetzlichen Regelung gebe es jetzt allerdings bundeseinheitliche Standards, betonte Stephanie Gropp vom Justizministerium. Anwesend waren auch fünf ausgebildete Prozessbegleiter, die nach Bewilligung durch das Gericht besonders schutzbedürftigen Verletzten beistehen können. „Oberstes Ziel ist es, psychische Belastungen, die durch ein Strafverfahren entstehen können, zu mindern“, erklärte Hanna Falk, Sozialpädagogin beim Frauennotruf Lübeck. Zusammen mit einer Kollegin ist sie beim Frauennotruf zuständig für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren.

Mit Kindern arbeitet hingegen das Kinderschutz-Zentrum Lübeck. „Für so junge Mädchen und auch Jungen kann es besonders schwierig sein, vor Gericht eine Tat zu schildern, für die sie nicht einmal wirklich Worte haben“, beschreibt Heilpädagoge Mathias Pliesch die Problematik. Die Vorbereitung darauf und auch die Erklärung eines späteren Urteils gehörten unter anderem zu den Aufgaben der Prozessbegleiter. Im Einzelfall ist es auch möglich, dass Angehörige eines minderjährigen Opfers die kostenlose Begleitung in Anspruch nehmen können. Beratung und Informationen gibt es beim Frauennotruf und dem Kinderschutz-Zentrum Lübeck. lj

LN

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