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Lübeck Hiobsbotschaft: Land gibt kein Extra-Geld für Lübecks Theater
Lokales Lübeck Hiobsbotschaft: Land gibt kein Extra-Geld für Lübecks Theater
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15:21 24.10.2012
Lübeck

Abfuhr aus Kiel: Es wird kein zusätzliches Geld für das Stadttheater bereit gestellt. „Stand ist, dass es in 2013 keine Erhöhung der Theatermittel geben wird“, erklärt Oliver Breuer, Sprecher des Kulturministeriums, auf LN-Anfrage. Damit hat sich die Hoffnung der Lübecker zerschlagen, ab 2013 zusätzlich zu den 9,78 Millionen Landeszuschuss 300 000 Euro extra zu erhalten. Ministerin Anke Spoorendonk (SSW) hatte vor sechs Wochen in Lübeck zwar nichts versprochen, aber Hoffnung gemacht, dass die Finanzierung der drei Theater im Land möglicherweise aufgestockt wird. Doch jetzt vertröstet Kiel die Kulturschaffenden. „Erst im Zuge der Haushaltsberatungen für 2014 könnten auch eventuelle Zuschusserhöhungen diskutiert werden“, so Breuer. Die Lübecker Theaterbeschäftigten sind enttäuscht. „Wir haben stark darauf gehofft, dass das Land sich einbringt“, erklärt Carsten Dietz, stellvertretender Betriebsratschef.

„Wir müssen Lösungen finden“, sagt indes Theaterdirektor Christian Schwandt. Erst Anfang des Jahres hat die Stadt ihren Zuschuss von 6,638 Millionen auf sieben Millionen Euro erhöht. Mit dem Geld vom Land und den Einnahmen des Theaters von 2,86 Millionen Euro kommt er auf ein Gesamtbudget von 19,64 Millionen Euro. Schwandt rechnet damit, dass er durch den Kartenverkauf weitere 125 000 Euro einnehmen wird. Dann fehlt ihm immer noch Geld. Er habe weitere Maßnahmen in Reserve, die er mit dem Aufsichtsrat besprechen wolle. „Wir müssen das schwierige Jahr 2013 überstehen“, sagt Schwandt.

Die Probleme: Im April/Mai wird es ein Urteil des Bundesarbeitsgerichtes geben. Schwandt erwartet, dass eine hohe Nachzahlung für die Mitglieder des Orchesters das Ergebnis sein wird. Deren Gewerkschaft und der Arbeitgeberverband streiten sich über Gehaltszahlungen. Hinzu kommen die beschlossenen Lohnerhöhungen für den öffentlichen Dienst. Sie machen dem Theaterdirektor am meisten zu schaffen. Zum März 2012 gab es 3,5 Prozent mehr Gehalt, ab Januar 2013 kommen 1,4 Prozent obendrauf, weitere 1,4 Prozent stehen zum August 2013 an. Schwandt: „Das ist eine knackige Personalkostenerhöhung.“ Die mehr als 300 Mitarbeiter und derzeit 278 Stellen schlagen in der aktuellen Spielzeit mit 14,45 Millionen Euro zu Buche. Bis 2015/2016 werden die Kosten auf 15,6 Millionen Euro gestiegen sein. Deshalb wird es am Theater langfristig um den Abbau von Mitarbeitern gehen. Aktuell sind bereits acht Stellen unbesetzt – jeweils zur Hälfte im künstlerischen und nicht-künstlerischen Bereich. Die Zukunft sieht nicht besser aus. Bleibt es beim Nein des Landes zu mehr Geld für die Theater in Schleswig-Holstein, dann heißt das für Lübeck: Bis 2018 müssen 25 bis 40 Stellen gestrichen werden. Selbst mit einem höheren Landeszuschuss müssten in Lübeck bis 2018 weitere 15 bis 25 Stellen wegfallen. Das geht aus einem Zukunftskonzept von Schwandt hervor, das heute im Finanzausschuss diskutiert wird. „Dann werden die Lübecker ein ganz anderes Theater haben als heute“, warnt der Betriebsrat Dietz. Es gebe dann nicht mehr die Qualität und die Vielfalt. „Von den Beschäftigten ist keiner zu viel“, sagt Dietz. Im Vergleich zu anderen Theatern wie Schwerin und Rostock stehe Lübeck noch gut da, sagt Schwandt. Sowohl was die Finanzen angeht, als auch was die Qualität betrifft. Sein Credo: „Wir wollen keinen Qualitätsverlust.“ Deshalb würden langfristig Grundsatzentscheidungen anstehen. Im Kern hieße das: weniger spielen, dafür aber Qualität halten.

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