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Lübeck Hochschulen kämpfen für die Sanierung von St. Petri
Lokales Lübeck Hochschulen kämpfen für die Sanierung von St. Petri
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15:03 13.11.2013
Sind stolz auf das riesige Banner: Die Lübecker Hochschulpräsidenten Peter Dominiak (v. l.), Inge-Susann Römhild, Stefan Bartels und der Pastor von St. Petri, Bernd Schwarze. Bis zum Frühjahr soll das Banner am Gerüst hängen. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Seit gestern Mittag hat die Petrikirche einen neuen Blickfang. Um Punkt 12 Uhr wurde ein 12,40 Meter langes und 4,60 Meter breites Banner von der Spitze eines Gerüstes neben dem Kircheneingang der Hochschulkirche herabgelassen und festgezurrt. Auf dem Banner steht in großen Lettern in bewusster, liebevoller Doppeldeutigkeit: „Wir hängen an St. Petri.“ Darunter prangen die Namen der Lübecker Universität, der Musikhochschule Lübeck und der Fachhochschule Lübeck.

Mit der Aktion demonstrieren die drei Hochschulen nicht nur ihr gemeinsames Handeln in Lehre und Forschung, sondern auch ihre Solidarität für das Gotteshaus, das dringender Hilfe bedarf. Das Mauerwerk bröckelt an unendlich vielen Stellen, in den Turm dringt Feuchtigkeit ein, und die Sanierung muss beginnen, bevor die ersten Steine herabstürzen. Mit der Sanierung soll im kommenden Jahr begonnen werden. Sie kostet 2,8 Millionen Euro. Am Ostermontag war die Spendenaktion „Sieben Türme sollst Du sehen“ gestartet worden. Petri-Pastor Bernd Schwarze zeigte sich gestern erfreut, dass die erste Million an Spenden fast schon erreicht ist. Und er hofft, dass der Spendenstrom weiter anschwillt. Mit ihrem großen Banner, das bis zum Frühjahr vom Gerüst herabhängen wird, wollen die drei Hochschulen mit einer unübersehbaren Botschaft ein Zeichen setzen und um weitere Sponsoren für die Petri-Sanierung werben. Nicht ausgeschlossen ist, so Bernd Schwarze, dass diese Sponsoren mit einem eigenen Banner und plakativem Spruch für die Kirchensanierung werben. Schwarze: „Das ist absolut erwünscht.“ Ausgeschlossen aber ist, dass Banner mit reiner Produktwerbung vom Kirchengerüst hängen.

„Ich freue mich riesig über diese Aktion der Hochschulen“, zeigte sich der Pastor begeistert und lobte die „tolle Zusammenarbeit“. Mit Blick auf das Banner betonte der Petri-Pastor: „Viel schöner kann man Verbundenheit nicht ausdrücken.“

„Wir wollen gemeinsam dokumentieren, dass wir zusammenstehen“, betonte Inge-Susann Römhild, Präsidentin der Musikhochschule. Die Verbundenheit von Hochschulen und Kirche „macht uns alle stark“.

Stefan Bartels, Präsident der Fachhochschule, nannte St. Petri „den schönsten Ort der Fachhochschule“.

Auch der Präsident der Lübecker Universität, Peter Dominiak, machte deutlich, dass St. Petri als Ort der Begegnung von Kultur und Wissenschaft „für uns ein Stück Zuhause ist“. In der Kirche fänden die Promotions- und Examensfeiern statt, hier würden die Erstsemester begrüßt. Die Petrikirche führe als „wichtige Brücke“ von den Hochschulen zu den Bürgern. Dominiak erinnerte daran, dass 2010 von St. Petri aus wichtige Botschaften zu Rettung der Lübecker Universität ausgegangen seien: „Wenn wir an St. Petri denken, dann denken wir an den Hochschulkampf.“

Inge-Susann Römhild und Peter Bartels betonten den Solidaritätsgedanken. Hochschulen, so Römhild, „haben es nötig, sich zu solidarisieren“. Bartels nannte das gemeinsame Tun der Lübecker Hochschulen „etwas Besonderes“. In anderen Hochschulstädten sei dies keineswegs der Normalzustand.

Start war Ostern
995 969 Euro konnte die Aktion „Sieben Türme sollst Du sehen“ seit Ostern für die St.-Petri-Sanierung sammeln. Diese Zwischenbilanz zog gestern Petri-Pastor Bernd Schwarze am Reformationstag. Er hofft, dass die Spendenfreude weiter wächst: „Auch viele kleine Spenden sind uns herzlich willkommen.“ Bauexperten gehen davon aus, dass am Petri-Turm 40 000 Klosterformatsteine und 4500 Formsteine verbaut werden müssen. 2000 Quadratmeter Fugen müssten erneuert werden, damit kein Wasser mehr in den Turm eindringt.

Torsten Teichmann

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