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Lübeck Hoffnung in Blankensee: Betrieb bis Ende Juni gesichert
Lokales Lübeck Hoffnung in Blankensee: Betrieb bis Ende Juni gesichert
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20:28 11.05.2016
Quelle: Olaf Malzahn

Verhandlungen auf der Zielgeraden: Der Verkauf des insolventen Flughafens steht kurz bevor. „Mit einem Investor befinde ich mich in einem sehr konstruktiven Gespräch bezüglich einer Übernahme des Flughafens“, erklärt Insolvenzverwalter Klaus Pannen. „Das würde einen vollständigen Erhalt der bisherigen Infrastruktur bedeuten.“ Vor allem: Dieser Interessent habe sich bereiterklärt, ab Mitte Mai die Betriebskosten zu übernehmen. Dabei geht es nach LN-Schätzungen um einen fünf- bis sechsstelligen Betrag. Damit könnte der Airport bis Ende Juni am Leben erhalten werden – bis alle Details einer Übernahme geklärt sind. Denn das derzeitige Geld des insolventen Flughafens reicht nur noch diesen Monat.

Doch unterschrieben ist noch nichts. „In der zweiten Maihälfte entscheidet sich, ob die Gespräche zum Abschluss kommen“, sagt Pannen. Nach LN-Informationen handelt es sich bei dem Interessenten um den Euroimmun-Chef Winfried Stöcker, dessen Firmensitz in direkter Nachbarschaft zum Airport liegt. Er will den Flughafen und die Betriebsgenehmigung „unbedingt erhalten“. „Weil beides wichtig für Lübeck ist“, so Stöcker.

Einen Verkauf des Flughafens muss die Bürgerschaft absegnen – voraussichtlich in ihrer Sitzung Ende Juni. Denn sie hat sowohl Flächen an den heute insolventen Airport verkauft als auch verpachtet. Konkret: 150 Hektar hat die Stadt an den Flughafen veräußert. Davon sind 130 Hektar Ausgleichsflächen für den Flughafen-Ausbau, weitere 20 Hektar nördlich der Blankenseer Straße sind für Parkplätze vorgesehen. 213 Hektar hat die Stadt verpachtet: Flughafen-Gelände inklusive Start- und Landebahn sowie der Immobilie.

Hinzu kommt jetzt: Es könnte sein, dass der potenzielle Käufer weitere Flächen von der Stadt erwerben will, die die Stadt derzeit nur an den Airport verpachtet hat. Das hat Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) im Hauptausschuss erklärt. Damit fällt der Bürgerschaft eine Schlüsselposition zu. Es könnte knifflig werden, sollte der Investor beispielsweise Start- und Landebahn des Airports erwerben wollen. Als die Stadt den Airport 2013 das erste Mal verkauft hat, wurde ein Veräußerung aller Flächen kritisch gesehen. Die Sorge: Da will jemand nur die Grundstücke haben, nicht aber einen Airport betreiben.

Dennoch: „Ich bin zuversichtlich, kurzfristig einen Investor zu finden“, so Pannen. Es gebe noch drei weitere Interessenten, mit denen er verhandele. Nach LN-Informationen handelt es sich dabei um einen Unternehmer, der aus dem Flughafen einen Abwrack-Airport machen möchte, um dort Maschinen zu recyceln. Mit diesem Interessenten dauern die Gespräche seit Monaten an. Zudem gibt es zwei andere Interessenten. Mit diesen sind die Verhandlungen allerdings erst im Anfangsstadium.

Der Verkauf des Flughafens gestaltet sich schwierig. Ende September 2015 musste der Airport Insolvenz anmelden. Der chinesische Investor hatte nicht mehr gezahlt. Insolvenzverwalter Pannen musste die Frist für einen Verkauf immer wieder verlängern. Seit Mitte April fliegt keine Fluggesellschaft mehr ab Blankensee. Der Billigflieger Wizz Air ist als letzter Kunde nach Hamburg abgewandert. Am Airport sind von einst 75 Mitarbeitern nur noch 31 beschäftigt.

jvz

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