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Lübeck Hohe Auszeichnung für Annette Schavan
Lokales Lübeck Hohe Auszeichnung für Annette Schavan
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22:01 03.07.2017
Annette Schavan verewigt sich im Goldenen Buch. An ihrer Seite: Bürgermeister Bernd Saxe und Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer. Quelle: Foto: Roessler
Lübeck

Am gestrigen Montagmittag hat sich im Audienzsaal des Rathauses eine kleine Gesellschaft in gedeckten Anzügen versammelt. Unter ihnen ist die ehemalige Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU). Sie ist Ehrengast der Hansestadt und geladen, sich im Goldenen Buch zu verewigen.

Pünktlich um 14 Uhr ergreift Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) das Wort: „Vielleicht bereuen Sie es, an diesem Tag hier bei uns in Lübeck zu sein, bei all den spannenden Dingen, die sich zurzeit im Vatikan abspielen.“ Es ist eine Anspielung auf die Entlassung des deutschen Kardinals, Gerhard Ludwig Müllers – und Schavans Amt als Botschafterin beim Heiligen Stuhl in Rom. Schavan aber lacht und schüttelt den Kopf. Sie sei froh, hier in der Hansestadt sein zu dürfen.

Und die Hansestadt verdankt ihr viel. Als die Kieler Landesregierung die Medizinische Fakultät der Uni 2010 schließen wollte, war die damalige Bundesforschungsministerin zur Stelle. Annette Schavan löste das finanzielle Problem und rettete die Universität über Umwege mit Bundesmitteln vor dem Aus. Zum Dank verlieh Uni-Präsident Peter Dominiak der Ministerin damals die Ehrendoktorwürde der Universität Lübeck – obwohl ihr wegen einer Plagiatsaffäre der Doktortitel aberkannt worden war. Die Ehrung spaltete die Gemüter.

Heute ist die Plagiataffäre vollkommen in den Hintergrund gerückt. In ihrem Amt pflegt die Nordrhein-Westfälin seit September 2014 die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Heiligen Stuhl. Dabei geht es nicht um die Beziehungen zum Vatikanstaat, sondern die zum Heiligen Stuhl als Oberhaupt der katholischen Weltkirche, und somit eine „nichtstaatliche souveräne Macht“, wie auch der Papst zu sagen pflegt.

„Eine Universität“, sagt Schavan im Rathaus, „ist mehr als eine Universität. Sie ist vielmehr das Zentrum der Zukunftsfrage.“ Ohne die Uni wäre Lübeck „weniger zukunftsträchtig und attraktiv für nachfolgende Generationen“. Glücklich darüber verewigt sich Annette Schavan im Goldenen Buch der Stadt.

 joe

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