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Lübeck Hollesen kann Tagungszentrum bauen
Lokales Lübeck Hollesen kann Tagungszentrum bauen
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20:52 16.09.2016
So soll das Tagungszentrum aussehen: Der Gestaltungsbeirat gab grünes Licht für den Entwurf. Quelle: Malzahn, Grafik: Chlumsky Architekten

Der Beirat ist ein Gremium renommierter Architekten und Stadtplaner aus der ganzen Republik. „Wir sind erleichtert, dass wir das Projekt nach einigen Schleifen freigeben können“, erklärte der Vorsitzende des Beirates, Prof. Kunibert Wachten.

 

„Nach einigen Schleifen können wir das Projekt freigeben.“Prof. Kunibert Wachten (Beirat)

Noch im Juni hatten die Beiratsmitglieder Jürgen Böge aus Hamburg, Petra Kahlfeldt aus Berlin, Zvonko Turkali aus Frankfurt, Jörg Springer aus Berlin und Kunibert Wachten aus Dortmund den Daumen gesenkt. Obwohl Hollesen bereits den zweiten Architektenentwurf präsentierte. Insgesamt vier Mal rückte der Investor im Gestaltungsbeirat für sein Tagungszentrum an. Jetzt kann Hollesen den Bauantrag stellen. „Anfang 2019 wollen wir das Zentrum eröffnen“, sagte er den LN.

13 Millionen Euro wird das vierstöckige, 80 Meter lange und 16,5 Meter breite Gebäude kosten. Hollesen finanziert das Projekt zusammen mit dem Lübecker Geschäftsmann Martin Aye, der mehrere Callcenter betreibt. „Wir sind beide mit einem Millionenbetrag dabei“, bestätigte der Däne. Das Tagungszentrum, das im Zentrum der neuen Ferienanlage liegt, kann 240 Gäste aufnehmen und bietet mehrere Säle, in denen sowohl Konferenzen als auch Feste und Hochzeiten stattfinden können. Im Erdgeschoss werden zwei Gastronomiebetriebe angesiedelt. Außerdem stehen 86 Zimmer für Tagungsgäste zur Verfügung, die auf dem Priwall übernachten wollen.

„Wir wollen auf diese Weise andere Kundengruppen erschließen“, sagte Hollesen, „und damit die Nebensaison beleben.“ Damit würden auch Arbeitsplätze gesichert. „Slow down“ heißt das Tagungszentrum.

Dass das Gebäude vier Mal durch den Gestaltungsbeirat musste, stört Hollesen nicht. „Die Anregungen des Beirates haben unser Zentrum verbessert“, erklärte der Geschäftsmann. „Richtig ist wichtiger als schnell.“

Noch in der gestrigen Sitzung des Gestaltungsbeirates kündigte er an, dass er noch einmal wiederkommen werde – mit dem geplanten Hotel an der Kohlenhofspitze. „Das Gelände haben wir schon gekauft“, berichtete Hollesen, „jeder Monat kostet uns Geld.“ Aktuell würde er einen Betreiber für das Hotel suchen, das vor allem der Hafenwirtschaft ein Dorn im Auge ist. Die befürchtet, dass mit dem Hotelbau die Chance auf eine Verbreiterung der Trave endgültig beerdigt wird. Sobald Hollesen einen Betreiber an der Hand hat, will er einen Architektenwettbewerb ausloben.

Unterdessen läuft der Verkauf der Ferienwohnungen blendend. Über 150 von 454 Ferienwohnungen seien bereits verkauft, sagte Hollesen. Die 37 bis 103 Quadratmeter großen Wohnungen kosten zwischen 190000 und 1,2 Millionen Euro. 20 Prozent der Käufer kommen aus Lübeck und Travemünde. Mit einer solchen Anzahl einheimischer Interessenten hat der Investor nicht gerechnet.

Hollesens ärgste Widersacher haben ihr traditionelles Fest abgesagt. Die Bürgerinitiative behutsame Priwallentwicklung (BIP) hat das in einem Newsletter bekanntgegeben. „Es gibt nichts zu feiern“, schreibt der Vorstand der Initiative, „die Zerstörung der Natur auf dem Priwall hat großflächig begonnen und wird in nächster Zeit auch voraussichtlich fortgesetzt.“ Die Initiative kann nicht dagegen klagen, weil ihr der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer von der Fahne gegangen ist (LN berichteten).

 Kai Dordowsky

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