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Lübeck Holstentorplatz wird zur Müllmeile
Lokales Lübeck Holstentorplatz wird zur Müllmeile
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12:15 14.06.2016

Im Sommer nehmen die Schmierereien in der Stadt deutlich zu. Die Reinigung von öffentlichen Grünanlagen kostet zirka 1,2 Millionen Euro. Der Platz vor dem Holstentor gleicht mittlerweile  einem Schandfleck.

„Der städtische Bereich Stadtgrün ist bemüht, die Schmierereien kurzfristig zu entfernen“, sagt die stellvertretende Stadtsprecherin Valessa Glisovic. „Leider kommen derartige Verschmutzungen in der warmen Jahreszeit nahezu täglich vor – vornehmlich auf den Mülleimern, Bänken und den dortigen Granitsteinen.“ Um eine längerfristige Lösung anzustreben, erarbeite der Bereich Stadtgrün zusammen mit dem Ordnungsamt ein neues Konzept. Unterstützung kommt von der Vorwerker Diakonie. In Kooperation mit dem Jobcenter, der Stadt und den Entsorgungsbetrieben betreibt sie seit 2006 ein Beschäftigungsprojekt für Langzeitarbeitslose: das „Bündnis für Sauberkeit“. Die Projektteilnehmer sind täglich in Lübeck in gelben Anzügen unterwegs und sammeln ebenfalls Müll ein. Die Probleme vor dem Holstentor sind bekannt. „Wir haben generell die Erfahrung gemacht, dass auf öffentlichen Plätzen im Sommer deutlich mehr Müll hinterlassen wird“, sagt Felix Kösters vom „Bündnis für Sauberkeit“.

„Deshalb richten wir in Absprache mit den Entsorgungsbetrieben Zusatztouren ein. Die werden in Kürze wieder aufgenommen.“

Auf einer Parkbank vor dem Holstentor sitzt unterdessen Sven Eisheuer aus Bad Oldesloe. Er ärgert sich über die Schmierereien. „Mutwillige Zerstörungen und Beschmutzungen sind eine Frechheit“, sagt Eisheuer. „Wer bezahlt das hinterher wieder? So etwas fällt doch auf uns alle zurück.“ Reparaturen und Reinigungen kosten eine Menge Geld.

Auch Andrea Hildebrandt aus Lübeck sind die Schmierereien aufgefallen. „Das ist nicht schön“, sagt die 46-Jährige. „Überall, wo etwas erneuert wird, werden gleich Graffiti gesprüht.“ Gerade vor dem Holstentor trügen die Schmierereien zu keinem schönen Ambiente bei. „Aber die meisten interessiert das gar nicht“, sagt Hildebrandt. „Vielleicht müsste einfach mehr Polizei hier vorbeikommen.“ Im letzten Jahr mussten Beamte des 1. Reviers tatsächlich 22 Mal am Holstentorplatz anrücken. „Auch mal nur wegen Lärmbelästigung“, erklärt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Genau wie der Koberg, der Klingenberg und das Haerder-Center zähle der Holstentorplatz zu den Bereichen, in denen sich die Polizei öfter blicken ließe. „Es sind aber keine polizeilichen Brennpunkte“, so Dürbrook.

„Die Granitwände am Holstentor sind schön geworden“, sagt Elke Dickau aus Mönkhagen beim Betrachten des Vorplatzes. Grundsätzlich gebe es Graffiti, die schön anzusehen seien. „Aber das hier sind nur Schmierereien“, findet die 54-Jährige.

Wie teuer das Entfernen der Kritzeleien und geschmierten Beleidigungen insgesamt ist, lässt sich nicht genau sagen. „Durchschnittlich werden in den öffentlichen Anlagen jährlich etwa 20 000 Stunden für die Reinigung aufgewendet“, sagt Glisovic. Für den Bereich Stadtgrün könne man von 60 Euro Kosten pro Stunde ausgehen. Satte 1,2 Millionen Euro müssen also jedes Jahr allein für diese Instandhaltung berechnet werden. Für das Entfernen von Graffiti an städtischen Gebäuden kommen jährlich etwa 25000 Euro dazu. Der Aufwand der Vorwerker Diakonie und der Hausmeister von öffentlichen Einrichtungen ist da noch gar nicht eingerechnet.

 Kim Meyer und Tomma Petersen

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