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20:16 01.11.2018
Friederike Hilleke hat sich als Todesengel mit Sense verkleidet. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
St. Gertrud

In der Lothringer Straße ist etwas Besonderes im Gange an diesem Abend. Es ist Halloween, die Zeit der Fledermäuse, Geister, Hexen, Kürbisse, Skelette, Zombies, Toten und Vampire. Schon von Weitem sieht man die hell erleuchtete Punschbude am Gartenzaun. „Wir schenken aber nur Kinderpunsch aus, keine Sorge“, heißt es unmittelbar. Auf dem Weg zur Haustür mit der Nummer 23 hat sich eine Warteschlange gebildet; denn an dieser Stelle geht es auch Richtung Garten und damit zum Gruselpfad der Familie Kuhlmann.

„Seit fünf Jahren dekorieren wir nun unser Haus und Grund für Halloween und erschrecken unsere Besucher. Im letzten Jahr wurde es dann größer, und unser Halloweenpfad entstand“, erzählt Elke Kuhlmann, die mit schwarzen Spinnen geschmückt am Eingang steht. Dort ist auch ein Digitalanzeiger zu sehen, der stets ab 70 runterzählt. Als er die Null anzeigt, darf die nächste Dreiergruppe starten. „2017 hatten wir an die 300 Leute; das werden wir dieses Jahr bestimmt wieder schaffen. Die kommen nicht nur aus Lübeck, auch zum Beispiel aus Bad Oldesloe, Reinfeld und Ratzeburg“, sagt sie mit ein bisschen Stolz in der Stimme.

Eine Woche lang habe ihr Sohn Nico zusammen mit seiner Freundin Marie gebraucht, um den Gruselpfad im Garten aufzubauen, bemerkt sie noch. Dass dies mit viel Liebe zum Detail und zum Horror-Genre vonstatten gegangen ist, wird das Eintauchen in das dunkle Gartenlabyrinth zeigen. Schnell umfängt einen sphärische Musik; Angstschreie, Gekreische, Heulen ist zu hören – aus dem Lautsprecher oder von der Gruppe vor uns? Eine Leiche ohne Kopf liegt plötzlich in einer Ecke, umgekehrte Kreuze sind zu sehen, und am Garagentor ist der Schriftzug „Leichenwagen-Garage“ zu lesen. Das ist hier nichts für Zartbesaitete und Kinder. Das steht schnell fest.

Plötzlich wird man von Trockeneis-Nebelschwaden umhüllt, und „der untote Friedshofsgärtner“ mit der drohenden Gartenharke in der Hand kommt aus der Hecke gesprungen. „Ich mag es, Geschichten zu erzählen und damit andere Leute zu begeistern“, gibt sich Nico Kuhlmann zu erkennen. Diesmal gehe es um eine Nonne, die Gott abgeschworen habe und am Ende des Gruselpfades warte, sagt er noch schnell, um dann wieder die Startposition einzunehmen.

Es sind erneut Schreie zu hören. Der hungrige Zombie, der hinter dem nächsten Vorhang wartet und nach Seelen sucht, hat also alles richtig gemacht. Auch Samantha, die nach eigenem Bekunden Köpfe isst, und der Todesengel mit der Sense verstehen ihr Horror-Geschäft. Das Finale bestreitet schließlich die von Grabsteinen umgebene, unansehnliche Totenkopf-Nonne, bevor es am Ende des Gartenpfades ein Bonbon für jeden als Belohnung gibt.

„Ich habe mich wirklich gegruselt“, resümiert Petra Oldenburg. Sie sei das erste Mal hier, und es habe sich voll und ganz gelohnt. 2019 soll es auf jeden Fall eine Neuauflage geben, versichert Elke Kuhlmann. Bis dahin muss wieder alles im Keller verstaut werden – „ein ganzer Raum geht für Halloween flöten“, bemerkt sie schmunzelnd.

Hier ließ es sich schön gruseln

Michael Hollinde

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