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Lübeck Hort-Schließung: Die Sorgen der Eltern
Lokales Lübeck Hort-Schließung: Die Sorgen der Eltern
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14:08 19.01.2017
Kinder essen im Hort zu Mittag. Quelle: Georg Wendt/dpa
Innenstadt

Seit Jahren baut die Hansestadt zugunsten der Nachmittagsbetreuung in den Grundschulen Hortplätze ab. Nach Angaben der Stadtverwaltung gab es im vergangenen Schuljahr 237 Hortplätze – zehn Jahre zuvor waren es noch 830. In den Schulen werden dagegen zurzeit 3752 Kinder nachmittags betreut.

Qualität der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen ist bei Infoabend der Marien-Schule beherrschendes Thema.

Für die Eltern, deren Schulkinder in den Hort der Kita St. Marien gehen, heißt das konkret: 2018, spätestens 2019, sollen ihre Kinder nachmittags im Schulkinderhaus der Marien-Schule betreut werden.

Den Eltern bereitet das Sorgen. Sie kämpfen für den Erhalt des Horts. Denn: Die Standards für Hortbetreuung liegen deutlich über denen für die Ganztagsbetreuung in Schulen. Nun sind Eltern, Schule und Schulkinderhaus bei einem Infoabend zusammengekommen. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich persönlich auszutauschen und um Vorbehalte auszuräumen.

Rund 20 Eltern waren mit einem Fragenkatalog in die Mensa der Marien-Schule gekommen. Schulleitung, Schulkinderhausleitung und Erzieher standen Rede und Antwort, berichteten über Struktur, Tagesabläufe und die maroden Toiletten. Über nahezu zwei Stunden entwickelte sich ein konzentriertes Gespräch: Viele Eltern schrieben mit, hakten zahlreich nach, wollten Detailinformationen zu Abholung, Hausaufgaben und Brandschutz sowie Betreuungs- und Schließzeiten.

Dabei waren alle Beteiligten von Beginn an um Sachlichkeit bemüht: „Uns geht es allein um die Qualität der Nachmittagsbetreuung“, betonte Sophie Kurth, Elternvertreterin des Horts der Kita St.

Marien. Von der Marien-Schule selbst sei sie sehr angetan, ihre drei Kinder besuchen die Einrichtung.

Das Schulkinderhaus der Marien-Schule, das vom Jugendhilfe- Träger Kinderwege betrieben wird, betreut nachmittags derzeit 102 Kinder in fünf Gruppen. Zu Beginn dieses Schuljahres ist sie Modell-Ganztagsschule geworden, berichtete Schulkinderhausleiterin Carmen Schwarz: „Wir erarbeiten hier Standards für andere Grundschulen.“

Dieser Status ermögliche nun einen festen Betreuungsschlüssel, wonach auf eine Gruppe von 20 Kindern ein Erzieher kommt, erklärte Christine Jaacks-Mirow von Kinderwege. Was für den Träger ein großer Schritt ist, bedeutet für die Kita-Eltern einen deutlichen Qualitätsabfall. „Das verursacht bei uns ganz gehöriges Bauchgrummeln“, sagte ein Vater aus dem Plenum.

Am Ende gingen die Parteien versöhnlich auseinander. „Ich bin erleichtert, dass es zu einem solch konstruktiven Austausch gekommen ist“, sagte Schulleiterin Dorothee Kirsten. Carmen Schwarz ergänzte in Richtung der Eltern: „Wir sind offen dafür, aus Ihren Erfahrungen mehr Qualität entwickeln zu können.“

 Jan Dresing

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