Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck „Huckleberry Finn“ rammt Kaimauer
Lokales Lübeck „Huckleberry Finn“ rammt Kaimauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:53 07.06.2014
Das Fährschiff „Huckleberry Finn“ von der Reederei TT-Line in Warnemünde. Quelle: Dieter Stroh/OZ
Travemünde

Vielleicht lag es am ablandigen Wind aus Südwest oder an einer Unaufmerksamkeit des Kapitäns. Der Grund, warum das Fährschiff „Huckleberry Finn“ von der TT-Line beim Manöver am Skandinavienkai den Ponton des Anlegers 4 beschädigte und mit der Kaimauer des Anlegers 5 kollidierte, ist noch nicht klar. Personen wurden bei dem Unfall am Donnerstag nicht verletzt. „Wir haben die Ermittlungen aufgenommen. Momentan gehen wir von einem Manöverfehler aus“, sagt Karsten Dose, Sprecher der Wasserschutzpolizei Lübeck-Travemünde.

Die Fähre, auf der 40 Passagiere waren, konnte ihre Fahrt Richtung Rostock nach Rücksprache mit der zuständigen Schiffssicherheitsbehörde fortsetzen. Die Kollision mit der Kaimauer führte lediglich zu Farbabriebspuren im Bereich der Wallschiene. „Es ist überhaupt nicht schlimm, das Schiff ist nur ganz leicht rangerutscht“, sagt Jens Aurel Scharner, Geschäftsführer der TT-Line. Die Schäden am Ponton sind hingegen deutlich zu erkennen. Denn die Drahtseile, die den Ponton mit der Kaimauer verbinden, sind gerissen.

Die Schäden an der Kaimauer sind hingegen noch nicht abschließend ermittelt worden. Die Wasserschutzpolizei geht von etwa 20 000 Euro Sachschaden an Land aus. „Das Fährschiff hat die Kaimauer leicht touchiert. Aber das kann bei dem enormen Gewicht der ,Huckleberry Finn‘ natürlich schon reichen“, sagt Nico Wollboldt von der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG). Nach der ersten Einschätzung Wollboldts halten sich die Schäden allerdings in Grenzen. „Es ist nichts Gravierendes, soviel kann man schon sagen. Die genaue Schadenshöhe werden wir aber erst noch ermitteln“, so Wollboldt. In den nächsten Tagen werden sich Taucher die Kaimauer genauer anschauen. „Wir sind in guten Gesprächen mit unserem Kunden, der TT-Line“, sagt Nico Wollboldt. „Beim Reinmanövrieren kann so ein leichter Kontakt mit der Kaimauer schon einmal passieren.“

Es ist nicht das erste Mal, dass es im Travemünder zu einer Schiffskollision gekommen ist. Im Mai 2012 ist die Passagierfähre „Nils Holgersson“ (ebenfalls TT-Line) nahezu im rechten Winkel gegen den Ro-Pax Frachter „Urd“ gefahren und hat unterhalb der Wasseroberfläche ein tiefes Loch in den Rumpf der Fähre gerissen. Es war der größte Seeunfall in Lübeck seit mehr als 30 Jahren. Glücklicherweise ist auch bei dieser Schiffskollision niemand verletzt worden.

Im September des selben Jahres ereignete sich dann noch ein Schiffsunfall in Travemünde. Die 157 Meter lange Fähre „Antares“ fuhr beim Einlaufen auf der Trave zu weit nach Steuerbord und rammte im dichten Nebel acht Sportboote, einen Leuchtpfahl und die festgemachte Priwall-Personenfähre. Die Eigner der Sportboote, die zum Teil mit ihren Familien während der Kollision auf den Booten schliefen, kamen mit einem Schrecken davon.

Das Schiff

177 Meter lang und etwa 26 Meter breit ist das Fährschiff „Huckleberry Finn“ der schwedischen Reederei TT-Line. Sie hat einen Tiefgang von rund sechs Metern. Die 1988 gebaute Fähre kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 18 Knoten.
Die Roll-on-Roll-off-Fähre verkehrt zwischen Travemünde, Trelleborg sowie Rostock und bietet mit 133 Kabinen Platz für insgesamt 400 Passagiere.

Hannes Lintschnig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!