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Lübeck Hüxstraße: Fein, aber nicht sorgenfrei
Lokales Lübeck Hüxstraße: Fein, aber nicht sorgenfrei
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16:56 21.09.2016
Schnäppchenjäger Frank Kaminksi (l.) konnte der alten Wanduhr von Kati Michaelsen nicht widerstehen. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen

Innenstadt. „Die Geschäfte der Lübecker Innenstadt haben eindeutig Schwierigkeiten mit den Verkehrsproblemen in Lübeck. Die Hüxstraßengemeinschaft möchte gegensteuern und die Besucher mit Musik auf einen schönen Herbst einstimmen“, schrieb Andreas Pahlke, Sprecher der Interessengemeinschaft Hüxstraße, als Begründung für die Einladung zum „Kehr-aus“ mit Livemusik.

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Sie lieben „ihre“ Hüxstraße, machen sich aber einige Sorgen um die Zukunft: Carsten Neuhaus (v. l.), Katharina Boye und Andreas Pahlke.

Das lassen sich Einheimische und Touristen nicht zweimal sagen. Schon kurz nach Öffnung der Geschäfte bummeln gestern zahlreiche Neugierige und Schnäppchenjäger durch die Straße. Tische voller Deko, alte Schaufensterpuppen, heruntergesetzte Waren oder auch Flohmarktartikel locken. So wie vor dem Laden von Kati Michaelsen. Sie hat unter anderem Dekoartikel aussortiert.

Frank Kaminski ist bei einer alten Wanduhr schwach geworden und hat gleich zugeschlagen. „Die stand bei mir zuhause herum, eigentlich wollte ich sie mal weiß anmalen“, meint Michaelsen.

Doch dafür war nie die Zeit. Nun freut sich Kaminski über das Schnäppchen.

Und auch abseits der Feiern herrscht in der Hüxstraße eine besondere Atmosphäre, wie Apotheker Carsten Neuhaus (50) bestätigt. Er hat Anfang 2015 die Hirsch-Apotheke übernommen.

„Ich fühle mich hier total wohl“, sagt er, „zumal es auch abends nicht so ist, dass die Straße tot wäre.“ Was vermutlich der vielfältigen Gastronomie zu verdanken ist. „Wir freuen uns, dass es eine belebte, bewohnte Straße ist“, sagt auch Katharina Boye (48) vom Kaffeehaus, die wie Neuhaus und Pahlke dem Vorstand der Interessengemeinschaft Hüxstraße angehört. Auch die sonnabendliche Sperrung der Hüxstraße für den motorisierten Verkehr habe sich bewährt, insgesamt sei „das Verhältnis zwischen Autofahrern und Fußgängern“, so Boye, besser geworden. Die Hüxstraße ist, soviel ist klar, eine Rippenstraße mit hoher Aufenthaltsqualität.

Aber: Erstmals gibt es Leerstände in der begehrten Straße – und das beunruhigt die Akteure. Seit Ende April steht in Hausnummer 60 der Laden „Etoffe & Tessuti“ leer, Schlüssel-Reese in der Nummer 109 gibt schon lange als Leerstand kein schönes Bild ab. Und nur wenige Meter neben dem Kaffeehaus steht die Hausnummer 27, in der ein Hamburger Juwelier ansässig war, ebenfalls leer.

Das sei, so Pahlke, „ein Indikator, dass die Innenstadt an Attraktivität verliert“. Meldungen über die Verkehrssituation in Lübeck hätten gerade auf auswärtige Kunden nachhaltige Wirkung, die massenhafte Ausweisung von Flächen auf der Grünen Wiese mit zentrumsnahen Sortimenten bereite weitere Probleme. Was man aktuell dagegen tun kann? Da sind auch die Sprecher in der Hüxstraße relativ ratlos. Eines wollen sie allerdings künftig: einen stärkeren Austausch mit den anderen Rippenstraßen.

Ein Schritt in die richtige Richtung, wie Olivia Kempke, Geschäftsführerin des Lübeck-Managements, glaubt. Aus ihrer Sicht sind einheitliche, verlässliche Öffnungszeiten innerhalb einer Straße, wenn möglich sogar in der gesamten Innenstadt, unabdingbar für den Erhalt der Attraktivität. „Erschreckend“ findet sie „die ersten Leerstände seit vielen Jahren“ in der Hüxstraße.

Vielleicht sollten das die Geschäftsleute endlich „zum Anlass nehmen, Stellung zu den B-Plänen für die Grüne Wiese zu nehmen“. In der Vergangenheit sei das nämlich nicht geschehen. Da habe sie alles „mundgerecht“ vor- und aufbereitet, gekommen sei jedoch nichts.

Versammelte Vielfalt

121 Läden, Bars und Restaurants reihen sich laut Homepage der Interessengemeinschaft auf 517 Metern Länge aneinander. 73 gehören der Interessengemeinschaft an.

1977 wird der obere Teil der Hüxstraße bis zur Breiten Straße Fußgängerzone, 2005 die Straße neu gestaltet. In ihrem mittleren und unteren Bereich wird durch Bordstein-Absenkung mehr Aufenthaltsqualität geschaffen. Seit 2010 ist sie an Sonnabenden komplett autofrei.

 Sabine Risch und Majka Gerke

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