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Lübeck „Humor ist das Wichtigste“
Lokales Lübeck „Humor ist das Wichtigste“
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20:46 27.09.2016
Grund zur Freude: Erich Voß (l.) feiert mit seiner Frau Erika zum 100. Mal seinen Geburtstag. Quelle: er

. Mitten in den Wirren des Ersten Weltkrieges erblickte Dr. Erich Voß das Licht der Welt. Heute wird er 100 Jahre alt und blickt zurück auf ein ganzes Jahrhundert voller Geschichte. Erfindungen, Veränderungen in Politik und Gesellschaft, all das hat er miterlebt. Als Voß 1916 in Kiel zur Welt kommt, war das Internet noch lange nicht erfunden, Frauen durften nicht wählen, es gab keine Handys, kein WLAN und keinen Fernseher. Nicht einmal Rockmusik.

In seinen 100 Lebensjahren hat Voß viel erlebt – und auch erlitten. Da war der Krieg, die dreijährige Gefangenschaft in Russland, der Verlust seines linken Arms, die Augenkrankheit, die zum Erblinden führte. Natürlich habe es aber auch viel Positives gegeben. Die Geburten seiner vier Kinder zum Beispiel, die gemeinsamen Reisen mit der Familie, der Umzug in das Eigenheim und natürlich sein größtes Hobby: die Ahnenforschung. „Er hat viele Bücher veröffentlicht“, bestätigt seine Frau Erika. Es ist ein Hobby, das die beiden verbindet. Gemeinsam haben sie das Buch „Stavenbesitzer und ihre Familien im alten Keitum von 1709 bis 1875“ veröffentlicht. „Wir wurden sogar mit dem C.P. Hansen- Preis“ ausgezeichnet, erzählt die 96-Jährige beiläufig. Viel wichtiger sei ihr aber ein weiteres Hobby. „Es war immer das Singen, das uns verbunden hat. Und zwar bereits seit gemeinsamen 64 Jahren.“ Auch heute erinnern sich die beiden gern an ihre schönen Gesangsabende mit ihren Geschwistern zurück.

Er habe in seinem Leben stets viel gemacht, so Voß. Stillstand gebe es nicht in seinem Leben. Das sei auch heute noch so. Sich mit Situationen einfach abfinden, sei nicht sein Ding. „Ich habe mich immer engagiert. Auch hier in der Hanse-Residenz, wo ich heute mit meiner Frau lebe, habe ich einiges verbessern können“, sagt der ehemalige Arzt nicht ohne Stolz in der Stimme. Dazu gehöre beispielsweise die Absenkung der Kantsteine vor der Hanse-Residenz beim Übergang zum Burgtorfriedhof. „Damit man gefahrlos auf die andere Straßenseite wechseln kann“, erklärt er. „Meine Idee war es auch, im Fahrstuhl Stockwerkansagen über die Lautsprecher durchzusagen. Für mich als Blinder war das sehr wichtig.“ Eine Zukunft ohne Ziel könne er sich niemals vorstellen. „Davor graut mir. Wichtig ist mir vielmehr, dass ich auch in Zukunft meinen Humor beibehalte.“ Heute feiert Voß seinen besonderen Ehrentag im Kreise seiner Familie und mit etwa 20 Gästen in Lübeck.

er

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